Heike Gatzke neue Vorsitzende des Dachverbands der Diakonischen Gemeinschaften

Heike Gatzke

Mit neuem, anspruchsvollem Ehrenamt: Heike Gatzke

Diakonin Heike Gatzke ist die neue Vorsitzende des Verbandes Evangelischer Diakonen-, Diakoninnen- und Diakonatsgemeinschaften (VEDD) in Berlin. Dieser Dachverband, in dem bundesweit 21 Diakonische Gemeinschaften mit insgesamt knapp 7900 Mitgliedern organisiert sind, hat die Aufgabe, die Interessen ihrer Mitglieder zu vertreten und den sozialen Auftrag der Kirche im Diakonat mitzugestalten. „Das eindeutige Votum des Vorstandes stärkt mir den Rücken für dieses neue Ehrenamt, das ich berufsbegleitend wahrnehme“, sagt die Bad Kreuznacherin. Die 52-Jährige arbeitet als Referentin für Strategie- und Marktentwicklung im Bereich Soziales in der Stiftung kreuznacher diakonie.

Ihr persönlicher Weg in den Diakonat war nicht vorbestimmt. „Meine Eltern hatten mit Kirche nichts am Hut. Erst durch meine Konfirmandenzeit konnte ich kirchliche Jugendarbeit kennen lernen und in der Oberstufe einen sehr guten Religionsunterricht erleben: Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung waren die zentralen Themen, für die wir auch gemeinsam demonstrieren gingen“, erzählt sie. Auf der Suche nach einer Stelle für ein Freiwilliges Soziales Jahr brachte Diakon Kurt Hoffmann-Rollauer, damals pädagogischer Leiter der Diakonie Werkstätten in Meisenheim, sie auf diese Fährte. „Die Stiftung kreuznacher diakonie hat mich zur Diakonin gemacht“, bekennt Heike Gatzke. Aber nicht gleich. Nach einem Grundseminar in der Diakonenausbildung kehrte sie erst einmal der Diakonie den Rücken, studierte an der staatlichen Fachhochschule in Darmstadt Sozialpädagogik und arbeitete nach dem Studium in der Lebenshilfe Marburg. Erst 1995 kehrte sie nach Bad Kreuznach zurück. Sie kehrte zurück in die Stiftung kreuznacher diakonie und absolvierte berufsbegleitend die Diakonen-Ausbildung. 1997 wurde sie ins Amt der Diakonin eingesegnet. Mehr als zehn Jahre fungierte sie haupt- und ehrenamtlich als Älteste der Diakonischen Gemeinschaft Paulinum (DGP), dem Zusammenschluss von 130 Diakoninnen und Diakonen, die bei der Stiftung kreuznacher diakonie ihre Ausbildung absolviert haben, hier arbeiten oder sich ihr verbunden fühlen.

Seit 2008 repräsentiert Heike Gatzke die DGP bereits im VEDD. Die Wahl zur Vorsitzenden ist für sie ein klarer Auftrag, dafür zu sorgen, dass der vielseitige Beruf der Diakonin und des Diakons als attraktives und unverzichtbares Amt der Kirche wahrgenommen wird. „Doppelt-qualifiziert hält besser“, meint Heike Gatzke augenzwinkernd. Diakone und Diakoninnen sind theologisch-diakonisch ausgebildet und haben eine staatliche Anerkennung in einem sozialen Beruf. Eine „gute Kombi“, die sich täglich und gerade auch in Pandemiezeiten bewährt. „Wir können professionell pflegen, beraten, therapieren und trösten. Und wir können und wollen auch darüber sprechen. Ganz nach dem Motto des VEDD: Unser Tun will reden – unser Wort arbeiten!“