Asbacher Hütte | Mirko Wagner will für den richtigen Klang sorgen

Stiftung kreuznacher diakonie/Andrea Djifroudi

ASBACHER HÜTTE. Technik und Musik! Das sind die beiden Themen, die Mirko Wagner begeistern. Der 28-Jährige aus Idar-Oberstein, der derzeit in der Werkstatt der Stiftung kreuznacher diakonie am Standort Asbacher Hütte (Kreis Birkenfeld) arbeitet, würde gerne in die Musikbranche einsteigen. Den Schritt in den ersten Arbeitsmarkt machen. Dass das nicht leicht wird, weiß er, aber lange Wege kennt er und den einen oder anderen Umweg hat er schon hinter sich gebracht.

Wenn im Rhaunener Wohnheim der Stiftung ein Fest geplant wird oder in der Waldkirche der Asbacher Hütte Gottesdienst gefeiert wird, ist Mirko Wagner gefragt. Dann baut er sein Equipment auf, das er sich zusammengespart hat: Boxen, Lichtanlage, Laser und Soundtechnik. „Ich bin gerne hilfsbereit. Das macht mir Spaß“, erzählt der große junge Mann, der im Gottesdienst und im Wohnheim für Musik sorgt: „Alles querbeet“, hat er dann parat, „was sich die Leute halt so wünschen!“ Dabei träumt er davon, bei einem Veranstaltungstechniker zu arbeiten. Zur Mitarbeit bei den Gottesdienstvorbereitungen kam Mirko Wagner nach einem Todesfall in der Familie. „Ich habe gemerkt: Das tut mir gut, um mich innerlich zu finden“, berichtet er – obwohl er privat immer noch gerne deutlich härtere Musik bevorzugt: „Blutengel“, grinst der junge Mann.

Er weiß, dass er eine große Entwicklung bereits hinter sich hat. Den ganzen Tag durchzuarbeiten, das hat er früher nicht geschafft. Ein Sturz vom Wickeltisch hat sein Leben früh in schwerere Bahnen gelenkt: Eine Sehbehinderung, Schwächen beim Lernen und irgendwann ist die Mama der Liebe wegen nach Trier gezogen, da wollte der pubertierende Junge nicht mit. Seit 2012 ist Mirko Wagner in der Stiftung kreuznacher diakonie. Heute blickt er sehr differenziert auf die Zeit, die hinter ihm liegt. Irgendwann will er ausziehen, in einer Partnerschaft leben und eine feste Arbeitsstelle haben.

In der Werkstatt für Menschen mit Behinderung auf der Asbacher Hütte werden gerade mitten im Sommer Adventskalender gefertigt. Da geht es Mirko Wagner wie vielen Menschen: „Mal macht die Arbeit Spaß, mal nicht.“ Er weiß nicht, ob der Traum von der Arbeit auf dem so genannten ersten Arbeitsmarkt klappen kann: „Ich habe ja keinen Führerschein. Aber ausprobieren würde ich es in jedem Fall!“ Bei Antenne Bad Kreuznach schnupperte er Anfang Juli echte Studioluft. Lara Schmitt-Dudek, Redakteurin des Bad Kreuznacher Senders: „Den Besuch haben wir gerne möglich gemacht.“