Gehirn-Computer-Interaktion in der PraxisHoffnung für Menschen mit schweren körperlichen EinschränkungenKaum vorstellbar: Auch die letzten Bewegungsmöglichkeiten des Körpers, wie das Blinzeln mit den Augen oder die kleinste Fingerbewegung, versagen ihren Dienst und einem ansonsten bei vollem Bewusstsein befindlichen Menschen wird es unmöglich, mit seinen Mitmenschen zu kommunizieren. „Wir arbeiten daran, dass niemand in eine solche Situation kommt“, erläuterte Pit Staiger-Sälzer, Leiter der Beratungsstelle für Unterstützte Kommunikation des Rehabilitationszentrums Bethesda kreuznacher diakonie (BUK) die Arbeit im Projekt TOBI. Tools for Brain-Computer Interaction (TOBI) heißt ein europaweites, EU-gefördertes Projekt, das die BUK bei einer Tagung am Freitag, den 07.05.2010 im Luther Saal der Stiftung kreuznacher diakonie vorstellte. Neue hirnstromgesteuerte Hilfsmittel für Menschen mit gravierenden Einschränkungen der Motorik sollen in dem vierjährigen Projektzeitraum getestet und zur Produktreife entwickelt werden. Wissenschaftler/-innen aus ganz Europa eingebunden Anwenderfreundlichkeit im Mittelpunkt Kunstwerk über Hirnstromaktivität gestaltet
Gehirn-Computer-Interaktion
Gehirn-Computer-Interaktion ist das Stichwort. Die Idee dahinter: Nervenzellen im Gehirn produzieren messbare Ströme und Spannungsschwankungen, die beispielsweise in einem Elektroenzephalogramm (EEG) sichtbar gemacht werden können. Wahrnehmungen, Bewegungen - aber auch die Vorstellung von Bewegungen - erzeugen spezifische Veränderungen der Hirnströme und verursachen typische EEG-Muster. Durch Training können Menschen lernen, den Verlauf von Hirnströmen willentlich zu kontrollieren. Werden die Hirnaktionen über den Computer verarbeitet, können sie mit Hilfe dieser Gehirn-Computer-Interaktion reagieren, wenn alle sonstigen Möglichkeiten zur Kommunikation versagen. |


