Im Advent startet wieder die Sachspendenaktion Staudernheimer Frauen für das Café Bunt, die Einrichtung der Stiftung kreuznacher diakonie in Bad Kreuznach. In diesem Jahr gilt es, ein Jubiläum zu feiern. Vor 25 Jahren gab das Staudernheimer Presbyterium grünes Licht für die Initiative. Die lange Laufzeit der von Frauen-Solidarität getragenen Aktion war Anlass für den Besuch von Melissa Brangenberg und Catalina Geiser im „Christlichen Frauentreff“. „Oft kommen die Frauen aus einer Situation häuslicher Gewalt zu uns und bringen nicht mehr mit als das, was sie am Leib tragen“, berichtete Catalina Geiser. „Bei uns können sie duschen, Wäsche waschen, finden W-Lan und im Notfall eine Unterkunft“, ergänzte Melissa Brangenberg.
Inzwischen reicht der Kreis der Spenderinnen weit über Staudernheim hinaus. Das Spendenaufkommen ist dermaßen gewachsen, dass die Notunterkunft damit ausgestattet werden kann. Die Frauen tragen Dinge des täglichen Bedarfs zusammen, kleine Geschenke, vor allem aber Drogerie-Produkte wie Duschgel, Shampoo, Deo und Hygieneartikel. Es darf auch mal ein Lippenstift dabei sein, Nagellack oder Wimperntusche. „Wenn ich in den Spiegel schaue, möchte ich nicht nur die blauen Flecken sehen, die von meinem Mann stammen“, zitierte Catalina Geiser eine der Betroffenen.
Den Tagesaufenthalt besuchen täglich 15 bis 25 Frauen. Knapp die Hälfte von ihnen ist ohne festen Wohnsitz. Ein Teil wohnt in Mietwohnungen mit ungesichertem Status, andere noch bei den Eltern. Manche finden Unterschlupf bei Bekannten, wobei oft Gegenleistungen der männlichen „Gastgeber“ erwartet werden. Viele prostituieren sich dabei. Die Not hat die unterschiedlichsten Ursachen. „Es ist oft erschütternd, welche Schicksale dahinterstecken“, berichten die beiden Mitarbeiterinnen.
Helga Stumpf und Marion Unger sammeln die Spenden bei sich zu Hause und bringen sie in den Tagen vor Weihnachten ins Café Bunt. „Früher sind wir mit einem Auto ausgekommen, jetzt brauchen wir zwei“, erklärt Helga Stumpf. Sie fügt hinzu: „Wenn sich dann in unserem Hausflur die Tüten ansammeln und ich mit den Spenderinnen über die Einrichtung ins Gespräch komme, bin ich immer wieder gerne bereit, diese Hilfe für Frauen in Not zu unterstützen.“
