Eigentlich wollte Georg Santa Sprachen studieren und als Dolmetscher arbeiten – schließlich ist der 48-Jährige dreisprachig aufgewachsen und mit ungarisch, deutsch und rumänisch unterwegs. Sehr zur Freude der Bewohnerinnen, Bewohner sowie des Pflege- und Betreuungsteams des Wichernhauses der Seniorenhilfe der Stiftung kreuznacher diakonie in Saarbrücken hat er es sich aber anders überlegt. „Nach einem sechsmonatigen Praktikum im Krankenhaus habe ich ein zweites Praktikum im Pflegeheim gemacht und dabei gemerkt: Ich bin geborener Altenpfleger“, erzählt er. Seit Anfang des Jahres hat er die Leitung des Wichernhauses übernommen – nach mehr als 14 Jahren als Pflegedienstleiter an der Seite des langjährigen Einrichtungsleiters Bernd Meyer, der nach 17 Dienstjahren jetzt in den Ruhestand gegangen ist. Die Tür zu seinem Büro ist immer offen und weil er weiß, wie wichtig die Arbeit mit den Menschen ist, macht er auch jeden Tag Rundgänge durch „sein“ Haus. Er kennt die Seniorinnen und Senioren genauso wie ihre Angehörigen, weil er weiß, wie wichtig der persönliche Austausch ist. „Damit lässt sich schon viel abfangen und Probleme werden gelöst, bevor sie groß werden können“, lächelt er.
An der Seite von Georg Santa hat Barbara Wagner die Pflegedienstleitung übernommen. „Es war ein Sechser im Lotto, dass ich die Ausbildung hier im Wichernhaus machen durfte“, berichtet sie. Nachdem sie zuvor geholfen hatte, ihre Oma und einen Ur-Onkel zu pflegen, absolvierte sie im Vorfeld ein halbjähriges Praktikum, das je zur Hälfte in der Tagespflege und auf den Wohnbereich aufgeteilt war. Danach folgte die Ausbildung zur Altenpflegerin und der Wohnbereich 3 wurde „mein Zuhause“. 2023 qualifizierte sich Barbara Wagner weiter zur Praxisanleiterin, schulte die Auszubildenden des Wichernhauses und half ihnen bis Mai 2025 bei der Vorbereitung auf die Prüfungen. Außerdem drückte sie dann noch einmal selbst die Schulbank bei der Weiterbildung „Führen, Leiten und Qualitätsmanagement“. Bernd Meyer und Georg Santa hatten sie gefragt, ob sie sich vorstellen könne, künftig die Pflegedienstleitung zu übernehmen. „Es ist eine ganz andere Arbeit. Ich bin nicht mehr in der Pflege, sondern viel in der Angehörigenarbeit und im Aufnahme-Management. Das macht mir Spaß und ich lerne jeden Tag etwas Neues“, berichtet sie. Dabei ist es dem neuen Leitungs-Duo extrem wichtig, die Tradition der offenen Büro-Türen und der jederzeit offenen Ohren auch weiterhin fortzusetzen. Im Wichernhaus werden alle Entscheidungen im jungen Bereichsleitungs-Team getroffen. „Wir arbeiten und entscheiden gemeinsam und hausübergreifend“, sagen sie.
Die Menschen, die in das Wichernhaus kommen, werden schon seit Jahren immer jünger – der jüngste Bewohner ist gerade einmal 46 Jahre alt – und gerade dann ist es besonders wichtig, im Team zu besprechen, ob und wie die besonderen Herausforderungen, die sich in einem solchen Fall ergeben, bewältigt werden können. 90 Betten stehen im Wichernhaus zur Verfügung, auf Anfrage und wenn es freie Kapazitäten gibt, wird hier auch Kurzzeitpflege angeboten. Die greift, wenn pflegende Angehörige einmal krankheits- oder urlaubsbedingt selbst Entlastung brauchen. Insgesamt bemühen sich 100 Mitarbeitende jeden Tag darum, den Seniorinnen und Senioren ein schönes Lebensumfeld zu bieten, neben professioneller Pflege auch die hauswirtschaftlichen Dienstleistungen und die Soziale Betreuung so zu strukturieren, dass sich hier alle wohl fühlen.
