Hunsrück | Café Spurensuche weckt Erinnerungen an Gelerntes

Hand einer Seniorin beim Würfelspiel

Hände mit Erfahrung: Beim Spiel im Café Spurensuche

Es mag sein, dass die Hände, die man im Café Spurensuche beobachtet, langsamer geworden sind, als früher. Aber sie wissen eindeutig, was sie da tun, machen vertraute Bewegungen. Gäste dieses Cafés, zu dem ausdrücklich Menschen mit und ohne Demenz eingeladen sind, haben in der Regel schon ein langes Leben hinter sich – und ihre Hände folglich auch. Legt man ihnen aber beispielsweise Wolle und Nadeln, Würfel oder Kochutensilien hin, dann scheint es, als wüssten die Hände von ganz allein, was jetzt zu tun ist. Es macht Spaß, dabei zuzusehen. Wenn die Betreuerinnen der Diakonie Sozialstationen auf Materialien zurückgreifen, die den Gästen vertraut sind, dann wecken sie damit die Erinnerungen dieser Menschen an das, was sie kennen. Stricken, Kochen, Backen, Spielen, Würfeln – um nur einige Beispiele zu nennen. 

In der „Woche für das Leben“ der evangelischen und katholischen Kirchen in Deutschland, geht es in diesem Jahr schwerpunktmäßig um die Situation von Menschen mit Demenz. Die Seniorenhilfe der Stiftung kreuznacher diakonie hat hier ihren Leistungsschwerpunkt, sie verfügt über langjährige Erfahrung und Expertise. Wenn Menschen mit Demenz vergessen haben, wo sie jetzt zuhause sind, wenn sie innerhalb einer Viertelstunde zum zehnten Mal fragen, wann die Tochter kommt, um sie abzuholen, wenn zuhause schon das eine oder andere Mal die Herdplatte nicht ausgeschaltet war, dann ist der Alltag für ihre Familien kaum planbar und sowohl psychologisch als auch körperlich sehr belastend – insbesondere für diejenigen, die die Pflege übernommen haben. Daher ist das Café Spurensuche dazu gedacht, pflegende Angehörige für ein paar Stunden am Tag zu entlasten und ihre Lieben in dieser Zeit in guter Gesellschaft zu wissen. 

Für die Mitarbeiterinnen der Diakonie Sozialstationen, die dieses Angebot der Seniorenhilfe der Stiftung kreuznacher diakonie umsetzen, bietet sich hier die Gelegenheit, ihre Expertise in Sachen Demenz unter Beweis zu stellen. „Es sind diese Hände, die Deutschland nach dem Krieg wieder aufgebaut haben“, sagt Mitarbeiterin Christiane Maaß, die die Hände der Gäste auf den Fotos festgehalten hat, die in den Räumen des Café Spurensuche in Rheinböllen ihren Platz gefunden haben. Auf ihre Fotos wird an den Nachmittagen gern Bezug genommen. Und so können Gäste in der Marktstraße 6 unter anderem Hände mit einem Schmiedehammer, einem lebendigen Huhn, außergewöhnlichem Essbesteck und vielem mehr bewundern. Das Café Spurensuche wird von den Diakonie Sozialstationen in Büchenbeuren, Rheinböllen und Riesweiler angeboten.

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