Mainz | Ehrenamt inklusive „Leben mit Gemeinschaft“

Gruppenfoto Ehrenamt inklusive Leben mit Gemeinschaft

Gruppenfoto Ehrenamt inklusive Leben mit Gemeinschaft

In Mainz-Gonsenheim blüht etwas auf

MAINZ. Inklusion bedeutet Vielfalt und Bereicherung für alle. Nicht nur, aber auch mit Hilfe einer Gruppe ehrenamtlich engagierter Menschen wird seit mehr als einem Jahr rund um die Wohneinrichtung für Menschen mit Beeinträchtigungen der Stiftung kreuznacher diakonie in Mainz-Gonsenheim wieder etwas Realität, was „Leben in Gemeinschaft“ heißt.

Im Gemeinschaftsraum trifft sich an diesem Nachmittag eine Gruppe von Menschen – die meisten davon sind irgendwie immer schon beruflich und privat für Menschen engagiert – die sich zum Ziel gesetzt haben, auch hier in der Einrichtung für und mit Menschen mit Beeinträchtigungen, aber auch für die Seniorinnen und Senioren zu tun. Ihr Einsatz zeigt eindrucksvoll, wie wertvoll bürgerschaftliches Engagement ist und was das für die Lebensqualität aller derer Menschen bedeutet, die daran beteiligt sind: die Bewohnerinnen und Bewohner der Wohneinrichtung der Stiftung, die Mitarbeitenden, die alteingesessenen und die neuen Nachbarn, das ganze Quartier und sogar die Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler selbst.

Alles begann mit einem Nachbarschafts-Café, zu dem die Wohneinrichtung vor fast anderthalb Jahren einlud: 2024 im Advent, wo selbst in Mainz manchmal die Tage ein bisschen grauer und einsamer sind. Einrichtungsleiterin Lisa Anstatt lud dazu die Nachbarschaft ein und es kamen Menschen, die mehr oder minder lange in der Nachbarschaft leben und die Nachbarn mehr oder minder gut kannten. Und mit dem Frühling 2025 trieb etwas aus, was sich alle gewünscht haben und nun zu „Leben in Gemeinschaft“ heranwächst.

Marion Wolf-Peterfreund, ehemalige Schulleiterin aus Gonsenheim, ist im harten Kern der Ehrenamtler, zu dem auch Anika Petter, Wolfgang Martin-Beyer und seine Frau Monika, Ursula Wohlfeil und Brigitte Schworm gehören. Sie basteln, malen, singen, treiben Sport und bieten Gottesdienste an. Nicht alle unbedingt zusammen, aber jede und jeder da, wo er kann und mag und für die, die mögen und wollen. „Gemeinschaft halt!“, sagt einer von ihnen. Sie sind dabei, wenn das Sommerfest geplant wird, malen Plakate, tragen die Einladungen aus und lernen so neue Menschen kennen, die vielleicht erst vor kurzem ins Nachbarhaus gezogen sind.

Wolfgang Martin-Beyer, der mit den Bewohnerinnen und Bewohnern Nistkästen gebaut hat, sagt einen schönen Satz: „Für die Autos ist das hier eine Sackgasse. Für uns ist die Straße des Lebens hier aber nicht zu Ende!“ Und so sind in Mainz-Gonsenheim nicht nur in den Nistkästen gerade junge Meisen eingezogen. Monika und Wolfgang Martin-Beyer erzählen von der ersten Baby-Party ihres Lebens, zu der sie vor ein paar Tagen eingeladen worden sind. Sie und ihre Mitstreiterinnen erzählen auch von der Ehrlichkeit und der Freude der Bewohnerinnen und Bewohner und dass diese auch dafür sorgen, noch mal neue Perspektiven auf das eigene Denken und Leben zu werfen.

Sie alle haben noch viel vor - inklusive Leben. Lisa Anstatt, Einrichtungsleiterin, ist dankbar für das unermüdliche Engagement und freut sich über die Kooperation, die den Gemeinschaftssinn stärkt. Interessierte, die sich ebenfalls ehrenamtlich in der Einrichtung engagieren möchten, sind herzlich willkommen und können sich bei ihr melden.