Meisenheim | Schwerpunkt liegt auf sozial-emotionaler Entwicklung

Stiftung kreuznacher diakonie/Andrea Djifroudi

Bodelschwingh Schule in Meisenheim eröffnet einen neuen Förderzweig

MEISENHEIM. „Mut!“ und „Lachen“ steht in großen, hölzernen Buchstaben mitten in der Kapelle, die voller aufgeregter Kinder, Eltern und Lehrer ist. Vorstand Pfr. Prof. Dr. Holger Böckel und Landrätin Bettina Dickes haben diese beiden wichtigen Begriffe zum Start in ein ganz besonderes Schuljahr „mitgebracht“. Die Bodelschwingh-Schule der Stiftung kreuznacher diakonie wird um ein Angebot speziell für die sozial-emotionale Entwicklung von Kindern erweitert. Zum neuen Schuljahr wurde dieser neue Schulzweig ganz offiziell gefeiert. In den vergangenen Jahrzehnten mussten betroffene Kinder des Landkreises Bad Kreuznach und einiger Nachbarkreise oft lange Fahrwege auf sich nehmen, um die richtige fachliche Unterstützung zu erhalten.

Bei der Feier zum Schulstart begeisterten der Schulchor und viele weitere mutige und lachende Akteure die Festgäste – darunter auch Landrätin Bettina Dickes. Vorstand Pfr. Professor Dr. Holger Böckel dankte der stets für die Kinder mit Förderbedarf engagierte Landrätin für die gute Zusammenarbeit bei dem nun erfolgten bildungspolitischen Lückenschluss: „Bildung braucht Vielfalt und maßgeschneiderte Konzepte. Mit der neuen Förderschule im Bodelschwingh Zentrum in Meisenheim ergänzen wir das Bildungsangebot, um Kindern und Jugendlichen mit besonderen Bedarfen eine optimale, auf ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnittene Förderung zu ermöglichen. Für die Kinder bedeutet das: Endlich ein Ort, der sich komplett nach ihren Bedürfnissen richtet.“

Bereits seit Anfang des Jahres ist der SE-Schulbetrieb in eine gesetzlich vorgeschriebene, zweijährige Bewährungsphase getreten. „Förderschulen zur sozialen emotionalen Entwicklung sind stark gefragt, jedoch nicht weit verbreitet in Rheinland-Pfalz. Kinder aus belasteten Familiensystemen tragen oft ein großes Päckchen. Häufig leiden sie unter persönlichen und zwischenmenschlichen Problemen, was es ihnen zusätzlich schwer macht, in einem regulären Klassenverband zu lernen“, erklärt Manuel Lothschütz, Rektor der Bodelschwingh-Schule, die bereits seit vielen Jahren ganzheitliche, motorische Förderung anbietet und nun den sozial-emotionalen Förderzweig ergänzt hat. An der Bodelschwingh-Schule können die Schülerinnen und Schüler den Grundschulbildungsgang, die besondere Berufsreife nach der neunten Klasse und die allgemeine Berufsreife erhalten. 79 Plätze stehen dafür zur Verfügung. Zwölf Schülerinnen und Schüler sind im SE-Bereich. 

Zusätzlich unterstützt die Schule nun SE-Förderkinder – also Kinder, die in ihrem Sozialverhalten und ihrer emotionalen Entwicklung besondere Bedarfe haben – und deren Eltern durch intensive pädagogische Begleitung. „Diese Maßnahmen helfen, die Familien und ihr Umfeld zu Hause zu stabilisieren“, betont Andrea Kunert, Einrichtungsleiterin der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Hunsrück-Glan. Zu der gehört die Bodelschwingh-Schule, die damit ein Zeichen für inklusive und differenzierte Bildungsangebote in der Region setzt und betroffenen Schülerinnen und Schülern die Chance auf eine bessere schulische und soziale Entwicklung bietet.

Erzieherinnen und Erzieher sowie Heilpädagoginnen und Heilpädagogen gewährleisten dazu ein umfassendes Unterstützungssystem, und auch das schulische Personal, die Lehrerinnen und Lehrer, Förderlehrerinnen und -lehrer sowie die pädagogischen Fachkräfte, arbeitet Hand in Hand. Bereits während der Unterrichtszeit aber auch danach und in den Ferien erhalten die Lernenden ein professionelles Jugendhilfeangebot. 

Unter dem Motto der kreuznacher diakonie „nicht aufhören, anzufangen“ können so in den ersten beiden Jahren bis zu zwölf Lernende in Meisenheim beschult werden. „Wir freuen uns über diese besonders gute Kooperation und die gelungene Schaffung dieses Angebotes, und darüber, das gemeinsam mit Landrätin Bettina Dickes und der Leitung des Jugendamtes des Kreises Bad Kreuznach, in so kurzer Zeit umsetzen zu können“, betonen Vorstand Dr. Böckel und die Geschäftsbereichsleiterin Familien und Soziale Hilfen der Stiftung, Jennifer Möllers.