Die Bodelschwingh-Schule der Stiftung kreuznacher diakonie hat in Meisenheim ein neues Angebot für die sozial-emotionale Entwicklung speziell für Schüler eröffnet, die hier besondere Förderung benötigen. In der Region Bad Kreuznach mussten betroffene Kinder bislang lange Fahrwege auf sich nehmen, um die richtige Unterstützung zu erhalten.
Nach intensiver Planung und Konzeptionierung und in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Bad Kreuznach hat die Stiftung kreuznacher diakonie dafür ein abgestimmtes pädagogisches Lernkonzept an der Bodelschwingh-Schule entwickelt. „Förderschulen zur sozialen emotionalen Entwicklung sind stark gefragt, jedoch nicht weit verbreitet in Rheinland-Pfalz. Kinder aus belasteten Familiensystemen tragen oft ein großes Päckchen. Häufig leiden sie unter persönlichen und zwischenmenschlichen Problemen, was es ihnen zusätzlich schwer macht, in einem regulären Klassenverband zu lernen“, erklärt Manuel Lothschütz, Rektor der Bodelschwingh-Schule. Seine Schule bietet nun sowohl den Grundschulbildungsgang als auch die besondere Berufsreife nach der neunten Klasse sowie die allgemeine Berufsreife an.
Zusätzlich unterstützt die Schule SE-Förderkinder – also Kinder, die in ihrem Sozialverhalten und ihrer emotionalen Entwicklung besondere Bedarfe haben – und deren Eltern durch intensive pädagogische Begleitung. „Diese Maßnahmen helfen, die Familien und ihr Umfeld zu Hause zu stabilisieren“, betont Andrea Kunert, Einrichtungsleiterin der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Hunsrück-Glan. Zu der gehört die Bodelschwingh-Schule, die damit ein Zeichen für inklusive und differenzierte Bildungsangebote in der Region setzt und betroffenen Schülerinnen und Schülern die Chance auf eine bessere schulische und soziale Entwicklung bietet.
Erzieherinnen und Erzieher sowie Heilpädagoginnen und Heilpädagogen gewährleisten dazu ein umfassendes Unterstützungssystem, und auch das schulische Personal, die Lehrerinnen und Lehrer, Förderlehrerinnen und -lehrer sowie die pädagogischen Fachkräfte, arbeitet Hand in Hand. Bereits während der Unterrichtszeit aber auch danach und in den Ferien erhalten die Lernenden ein professionelles Jugendhilfeangebot. Unter dem Motto der kreuznacher diakonie „nicht aufhören, anzufangen“ können so in den ersten beiden Jahren bis zu zwölf Lernende in Meisenheim beschult werden. „Wir freuen uns über diese besonders gute Kooperation und die gelungene Schaffung dieses Angebotes und darüber, das gemeinsam mit Landrätin Bettina Dickes und der Leitung des Jugendamtes des Kreises Bad Kreuznach in so kurzer Zeit umsetzen zu können“, so die Geschäftsbereichsleitung Familien und Soziale Hilfen der Stiftung kreuznacher diakonie, Jennifer Möllers. Später im Jahr und bei besserem Wetter soll es noch eine offizielle Eröffnungsfeier geben.
