Bad Kreuznach | Weniger Schmerzen und Ängste dank Lachgas

Lachgasanlage im Diakonie Krankenhaus

Gemeinsam demonstrieren Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin Shkurta Tupela und Dr. Christoph von Buch, Chefarzt der Kinderabteilung des Diakonie Krankenhauses, Gudrun Wiest von der Bürkle Stiftung (li.) den Einsatz der Lachgasanlage.

Zwei Lachgasanlagen, eine für die Kinderabteilung und eine für die Geburtshilfe, kommen seit einiger Zeit im Diakonie Krankenhaus Bad Kreuznach zum Einsatz. Möglich wurde dies dank Unterstützung durch Spendengelder: Die Bürkle Stiftung bezuschusste das 25.000 Euro teure Projekt mit 15.000 Euro.

„Der Einsatz von Lachgas erlaubt eine sehr risikoarme Schmerzreduzierung“, sagt Dr. Christoph von Buch, Chefarzt der Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin. Gleichzeitig hilft das Narkosegas dabei, die Angst der Kinder zu mindern.“

 

Lachgas erlebt laut von Buch gerade in der Kindermedizin eine Renaissance, vor allem an Universitätskliniken. „Auch wir betreuen sehr erfolgreich Kinder bei bestimmten Behandlungen mit einer hälftigen Mischung aus Sauerstoff und Lachgas, etwa wenn bei Verbrühungen oder Verbrennungen Verbände gewechselt werden müssen.“ Gudrun Wiest, Mitglied des Kuratoriums der Dr. Wolfgang und Anita Bürkle Stiftung, betont: „Wir haben das Projekt gerne unterstützt. Die Kinderklinik in Bad Kreuznach kümmert sich um kleine Patienten aus einem großen Einzugsgebiet. Das dient der Verbesserung der Versorgung weit über Bad Kreuznach hinaus.“ Und in der Tat hat sich in den vergangen Jahren das Einzugsgebiet aufgrund der Abdeckung von Spezialgebieten wie Diabetologie, Gastroenterologie und Kardiologie und die Kooperation mit anderen Fächern wie der Plastischen Chirurgie immer mehr ausgeweitet.

Traditionell erfolgt die Schmerztherapie durch eine Injektion über die Vene. Das kann den Kreislauf belasten und längere Aufwachphasen nach sich ziehen. Das Lachgas bietet eine risikoarme Alternative. Die Intensität der Beatmung und die Beatmungsmenge können durch das Kind selbst gesteuert werden. Es hält sich die Maske vors Gesicht oder legt sie zur Seite.

Doch nicht nur bei Kindern, auch unter der Geburt kann das Lachgas gute Dienste leisten: Bei rund einem Drittel der knapp 1400 jährlichen Geburten im Diakonie Krankenhaus ist eine Schmerztherapie in Form einer Periduralanästhesie (Rückenmarkkatheder) notwendig. Aber nicht bei allen Frauen ist dies möglich. Eine Schmerztherapie mit Lachgas hat für eine Schwangere und das Kind keine Nebenwirkungen und die Verringerung von Schmerzen wirkt sich positiv auf den Geburtsverlauf aus.