Beim Weltfrauentag bekommt Gleichberichtigung einen Kick
BAD KREUZNACH. Am Weltfrauentag am 8. März wird stets ein Schlaglicht auf die Frauenrechte weltweit geworfen. In den sieben Werkstätten für Menschen mit Beeinträchtigungen der Stiftung kreuznacher diakonie sind die Frauenbeauftragten seit Jahren fest verankerte Mitbestimmungsgremien. Ihre Stimmen, ihre Geschichten sicht- und hörbar zu machen, gehört zum Weltfrauentag dazu. Ramona Inboden, frisch gewähltes Mitglied des Gremiums: „Ich will Frauen stärken, weil sie es verdient haben.“ Sie hat bewusst in Bad Kreuznach einen Tischkicker-Treff für den Tag organisiert: „Das machen Männer ganz selbstverständlich, uns macht das aber auch Spaß!“ Frauen nehmen auch hier bewusst Räume ein, organisieren kleine und große Gesten, die Anerkennung und Wertschätzung vermitteln. In der benachbarten Werkstatt wurden Rosen verteilt und in Meisenheim zeigten die Frauen mit Herzen, wie wundervoll die Kolleginnen sind.
Die Werkstätten der Stiftung kreuznacher diakonie haben sieben Standorte entlang der Nahe. Mehr als 900 Menschen mit Beeinträchtigungen in Bad Kreuznach, Meisenheim, Kirn, Bad Sobernheim oder auf der Asbacher Hütte finden mehr als nur Arbeit. Es gibt auch begleitende Angebote, Therapie, Pflege, Mitbestimmung und Bildung. Zudem wird bei der Suche und Integration auf dem ersten Arbeitsmarkt oder dem Übergang in eine Tagesförderstätte unterstützt. Die Arbeitsmöglichkeiten in den Werkstätten sind in ihrer Vielfalt deutschlandweit einzigartig. Rund 230 Mitarbeitende aus den Fachbereichen Arbeitserziehung, Heilpädagogik, Ergotherapie und Sozialpädagogik sind Expertinnen und Experten für das Thema Inklusion. In jeder Werkstatt sind die Beschäftigten durch je einen oder mehrere Werkstatträte sowie je eine Frauenbeauftragte vertreten.
Ramona Inboden hat sich für dieses Jahr noch viel vorgenommen. In Bad Kreuznach arbeiten sie und ihre Mitstreiterinnen daran, dass das Ziel, das die Vereinten Nationen für 2030 vorgegeben hat, Wirklichkeit werden kann: Geschlechtergerechtigkeit und Selbstbestimmung für alle Frauen und Mädchen bis 2030. Sie will die Kolleginnen und für sich das Thema „teure Hygieneartikel“ und „Brustkrebs“ aufgreifen: „Ich versuche gerade eine Frauenärztin zu finden, die uns dabei unterstützt!“, erklärt Ramona Inboden, deren Tischkicker-Treff an diesem Tag komplett ausgebucht war.
