Stiftung kreuznacher diakonie und Bunter Kreis Rheinland kooperieren

Martina Brodam (re) und Anne Heidrich gehören zum Nachsorge-Team der Stiftung kreuznacher diakonie und des Bunten Kreises Rheinland und beraten bei der Versorgung des Kindes oder bei der Koordination von Leistungen und Hilfen.

Nichts deutete auf eine Frühgeburt hin. Simone Schneider (Namen von der Red. geändert) und ihr Mann waren nicht darauf vorbereitet, dass ihre Tochter zu früh geboren wird. Es war die 27. Schwangerschaftswoche als Maja per Kaiserschnitt im Diakonie Krankenhaus Bad Kreuznach zur Welt kam. Sie wog 920 Gramm. Sieben Wochen lag das kleine Mädchen auf der Intensivstation für Frühgeborene, im Perinatalzentrum Level 1 des Krankenhauses. Ängste und Unsicherheiten begleiteten die kleine Familie, als Maja mit dann mit einem Gewicht von 2200 Gramm nach Hause konnte. „Das Team im Diakonie Krankenhaus hat uns in dieser schweren Zeit zur Seite gestanden“, erzählt die Mutter Simone. Nach der Entlassung bekam die Familie Beratung und Unterstützung durch die sozialmedizinische Nachsorge des „Bunten Kreises Rheinland e.V.“. Die Organisation bietet Eltern mit frühgeborenen oder kranken Kindern einen begleiteten Übergang von der Klinik bis ins Kinderzimmer und unterstützt sie in den ersten Wochen zu Hause.

Martina Brodam, seit 2019 nebenberuflich Mitarbeiterin des Bunten Kreises Rheinland, war nicht nur im Krankenhaus, sondern auch während der kommenden Monate zu Hause für Familie Schneider da. "Der Bunte Kreis liefert Hilfe zur Selbsthilfe in der häuslichen Umgebung. Wir planen und koordinieren Termine, notwendige ambulante Therapien, kümmern uns bei Bedarf um Entlastungsangebote, wie etwa eine Haushaltshilfe oder beraten bei medizinischen und sozialrechtlichen Fragen“, erklärt Brodam. „Vieles kann auch schon während des Aufenthaltes im Diakonie Krankenhaus geklärt werden – zum Beispiel die Kontrolltermine im Sozialpädiatrischen Zentrum“. Im SPZ der Stiftung kreuznacher diakonie werden Kinder mit einer Entwicklungsverzögerung oder einer Behinderung ambulant behandelt.

Sozialmedizinische Nachsorge für schwer kranken und frühgeborene Kinder

Mit dem Koblenzer Team des „Bunten Kreises Rheinland“ hat die Stiftung kreuznacher diakonie seit Juli ganz offiziell eine Kooperation besiegelt. Damit wird eine Versorgungslücke in der Region für Eltern mit einem kranken, beeinträchtigten oder zu früh geborenen Kind geschlossen. Das Nachsorge-Team Bad Kreuznach besteht aus Standortkoordinatorin Ana-Lucia Hahn, Martina Brodam und Tanja Lohr. Alle drei sind Kinderkrankenschwestern. Ebenfalls zum Team gehören eine Psychologin, eine Sozialpädagogin und Sozialarbeiterin Anne Heidrich vom Bunten Kreis Rheinland. Letztere kommt einmal in der Woche nach Bad Kreuznach, um über Themen wie Elterngeld oder Pflegeleistungen zu beraten, aber auch über die Absicherung des Lebensunterhalts. Gemeinsam bereiten sie die Familien auf die neue Lebenssituation vor und stehen ihnen während regelmäßiger Hausbesuche sowohl unterstützend als auch beratend zur Seite. In den ersten Wochen sind die erfahrenen Mitarbeiterinnen zentrale Ansprechpartnerinnen für alle Fragen, Nöte und Sorgen.

Davon schwärmt auch Filiz Nergiz. Am 26. April 2020 kamen die Drillinge Elif, Eliz und Ebru auf die Welt und konnten erst drei Monate später nach Hause. Schon im Perinatalzentrum gab Martina Brodam ihr notwendige Informationen und Tipps. „Ich hatte alle Infos und konnte jederzeit anrufen, wenn ich Fragen hatte. Auch jetzt noch“, so Filiz Nergiz.

„Unser Ziel ist es, die Eltern schon im Krankenhaus aufzufangen und gut vorzubereiten. Wir wissen trotzdem, dass es wichtig ist, die Familien auch nach der Entlassung eng zu begleiten. Durch die Kooperation mit dem „Bunten Kreis Rheinland“ können wir die stationäre und ambulante Versorgung jetzt noch besser vernetzen und so Eltern noch mehr Sicherheit geben“, erläutert Dr. Christoph von Buch, Chefarzt für Kinder- und Jugendmedizin am Diakonie Krankenhaus, die Hintergründe der Zusammenarbeit.

Das sozialmedizinische Angebot für Eltern mit chronisch und schwer kranken sowie früh- und risikogeborenen Kindern gab es in dieser Form bisher nicht und schließt den „weißen Fleck“ zwischen Mainz, Kaiserslautern und Koblenz. „Der Bedarf ist auf jeden Fall da“, unterstreicht Ana-Lucia Hahn. „Wir werden von niedergelassenen Kinderärzten oder auch anderen Kliniken angesprochen.“ Auf die neue Aufgabe und die Zusammenarbeit mit den Netzwerkpartnern, zu denen die Frühen Hilfen, Hospize, Therapeuten und Ärzte gehören, freut sich das Kreuznacher Nachsorge-Team.

Wichtig zu wissen: Diese professionelle Hilfe ist kostenlos und kann in der Regel für zwölf Wochen beantragt werden. Der Antrag für die sozialmedizinische Nachsorge kann auch noch bis sechs Wochen nach dem Krankenhausaufenthalt vom Kinderarzt bei der Krankenkasse gestellt werden. Telefon Nachsorge-Team Bad Kreuznach: 0671 / 605-2301