Simmern | Emotionaler Abschied von Frauenarzt Dr. Kay Goerke

SIMMERN. „Auf Wiederseh‘n, Herr Doktor“, ein Schlager von Paul O'Montis aus den Dreißigerjahren, eigens umgedichtet und vorgetragen von der Leiterin der Zentralen Notaufnahme, Dr. Stephanie Zang, war der Schlusspunkt der festlichen Verabschiedung Dr. Kay Goerke. Der Chefarzt für Gynäkologie und Geburtshilfe an den Diakonie Kliniken Hunsrück geht Ende des Jahres in den Ruhestand. Ein Abschied der spürbar werden lässt, was der Frauenarzt für die Familien, aber auch für „seine“ Klinik bedeutet hat. Goerke, der seit 2017 die Abteilung leitete, verabschiedete sich mit klaren Worten: „Ich gebe meine Aufgaben, die ich gerne erfüllt habe, in hervorragende Hände.“ Damit leitete er die offizielle Einführung seines Nachfolgers Dr. univ. Tamerlan Aliev über, der die Abteilung bereits seit September führt und viele Jahre eng mit Goerke zusammengearbeitet hat.

Dr. Kay Goerke prägte die Klinik maßgeblich. Unter seiner Führung entwickelte sich die Abteilung zu einer wichtigen Säule der regionalen medizinischen Versorgung. „Die Gynäkologie und Geburtshilfe ist ein zentraler Baustein für Frauen aller Altersgruppen und Familien im Hunsrück. Der gute Ruf der Abteilung und das breite Leistungsspektrum helfen, auch abseits der medizinischen Versorgung, den Hunsrück als Lebensmittelpunkt attraktiv zu gestalten“, betonte Geschäftsführerin Carina Esch in ihrer Rede. Ein Anspruch, den der scheidende Chefarzt mit fachlicher Kompetenz und menschlicher Nähe mit Leben füllte. Die leitende Hebamme Annika Greis erinnert sich: „Sie waren und sind der ruhende Pol im hektischen Klinikalltag – immer präsent, kompetent und zuverlässig. Sie haben uns gezeigt, dass Vertrauen und Ruhe oft mehr bewirken als jedes Eingreifen. Damit haben Sie in Simmern eine Geburtshilfe geprägt, die wirklich frauenfreundlich und selbstbestimmt ist.“

Die zahlreichen Redebeiträge der Feier machten deutlich, wie sehr Goerke fachlich und menschlich geschätzt wird. Ein besonderer Akzent seiner Abschiedsrede war ein Bezug auf Immanuel Kant: „Ich kann, weil ich will, was ich muss.“ Die vergangenen 40 Jahre, so Goerke, seien geprägt gewesen von der Leidenschaft, genau das zu tun, was er liebe – immer mit dem Ziel, „für jede Patientin das Beste zu erreichen“.

Neben seiner medizinischen Arbeit engagierte sich Goerke auch in Gremien wie dem Ethikkomitee, um die christlichen Werte und Haltungen im Klinikalltag zu verankern. Er brachte sich in zahlreiche Projekte ein, darunter die Einführung des hebammengeleiteten Kreißsaals, die Tele-Hebamme und das babyfreundliche Krankenhaus. „Du übergibst heute eine Abteilung, die durch Dich und Deine Handschrift gewachsen ist – fachlich wie menschlich. Wir danken Dir von Herzen für Deine Arbeit, Deine Führung, Deine Geduld und Deine Wärme“, bedankte sich die Ärztliche Direktorin, Dr. Elena Ribel sehr warmherzig bei ihrem langjährigen Kollegen.

Mit der Übergabe an Dr. Tamerlan Aliev beginnt für die Abteilung ein neues Kapitel. Die Diakonie Kliniken Hunsrück sehen darin einen wichtigen Schritt, um die hohe Versorgungsqualität zu sichern und die Herausforderungen der kommenden Jahre verlässlich zu gestalten.