Neunkirchen | Diakonie Klinikum Neunkirchen optimiert Schlaganfall-Station

Die Abteilung für Neurologie des Diakonie Klinikum Neunkirchen (DKN) ist erneut für ihre spezialisierte Station für Schlaganfall-Patienten zertifiziert. Zum wiederholten Mal überzeugte das Expertenteam der sogenannten Stroke Unit die Auditoren des TÜV Rheinland. Der Kriterienkatalog der Prüfer entwickelt sich aufgrund der medizinischen Fortschritte ständig weiter. Gegenstand der Prüfung waren die nachhaltige Erfüllung dieser Kriterien und die ständige Weiterentwicklung der Abteilung. Zusätzlich zur Rezertifizierung erreichte das Team der Neurologie einen weiteren Meilenstein: Die Station wurde als Erweiterte Schlaganfall-Station zertifiziert, eine sogenannte Comprehensive Stroke Unit, die die umfassende Patientenversorgung von der Akutphase bis zum Beginn der Rehabilitation sicherstellt.

Die Auditoren prüfen vor Ort den gesamten Weg eines Schlaganfall-Patienten, angefangen von der Einlieferung durch den Rettungsdienst, über die Erstversorgung in der Zentralen Notaufnahme, die Schnittstelle Radiologie und Neuroradiologie, wo hochmoderne Geräte für Computertomografie (CT), Kernspintomografie (MRT) sowie gefäßmedizinische Untersuchungen (Angiografie) zur Verfügung stehen, bis hin zur Betreuung auf der Stroke Unit. Das beinhaltet auch die Konzepte bezüglich Diagnostik, Therapie und Nachsorge von Schlaganfall-Patienten.

„Wir freuen uns, dass wir die Auditoren insbesondere mit dem Gesamtkonzept einer sogenannten Comprehensive Stroke Unit beeindrucken konnten“, erklärt Dr. med. Andrea Teschner, Leitende Oberärztin der neurologischen Abteilung und Leiterin der Stroke Unit. „Wir leben das Konzept einer nahtlosen Weiterversorgung eines Schlaganfall-Patienten nach seinem Aufenthalt auf der Stroke Unit durch ein und dasselbe Team an Ärzten, Pflegepersonal und Therapeuten bereits seit Jahren. Wir konnten dieses Konzept trotz der schweren Monate der Corona-Krise im letzten Jahr weiterentwickeln und optimieren. Ein entscheidender Baustein ist hierbei eine konkrete Nachsorgeplanung unter Einbeziehung der Angehörigen.“

Die Zertifizierung ist das Ergebnis harter Arbeit eines perfekt eingespielten Teams, erklärt Dr. med. Volkmar Fischer, Chefarzt der neurologischen Abteilung: „Bei der Behandlung eines Schlaganfalls zählt jede Sekunde, um neurologische Schäden, wie Lähmungen, Schluck- und Sprachstörungen, möglichst gering zu halten. Unsere Mitarbeiter werden regelmäßig geschult, damit jeder Handgriff sitzt. Zudem können wir auf eine hervorragende Infrastruktur auch in Zusammenarbeit mit unseren Schnittstellen sowie auf neueste Geräte zurückgreifen.“

Das beweist auch die jüngste Neuanschaffung der Klinik. Mithilfe eines Erkennungssystems für Herzrhythmusstörungen werden von der Monitoranlage erfasste EKG-Daten, also die elektrische Aktivität des Herzens, über einen Algorithmus analysiert. Anhand dieser Methode kann die Diagnose eines sogenannten Vorhofflimmerns frühzeitig gestellt und weitere Sekundärschäden dieser Erkrankung vermieden werden. „Schlaganfälle sind häufig Folge eines Vorhofflimmerns. Durch diese Störung des Herzrhythmus können Blutgerinnsel im Herzen entstehen. Gelangen diese in den Blutkreislauf, verursachen sie in einem nachgeschalteten Gefäß einen Verschluss. Ist ein Hirngefäß davon betroffen, so führt dies zu einer Durchblutungsstörung des Gehirns- also einem Schlaganfall. Wir sind stolz, dass wir durch diese hochmoderne Technik ein weiteres wichtiges Element einer optimierten Patientenversorgung zur Verfügung haben“, freut sich die Leiterin der Stroke Unit Teschner.