Neuer Vorstand setzt auf ein klares Profil und Zusammenarbeit

Dr. med. Dennis Göbel

Seit etwas mehr als 100 Tagen ist Dr. Dennis Göbel als Vorstand für die Krankenhäuser und Hospize zuständig. Er hat die vergangenen drei Monate genutzt, um sich intensiv mit der Aufstellung der insgesamt sechs Krankenhäuser und vier Hospize der Stiftung kreuznacher diakonie in Rheinland-Pfalz und im Saarland vertraut zu machen. 

Investitionsbedarf steigt – Kostendruck auch
Vor dem Hintergrund der laufenden Gespräche zur Krankenhausplanung in Rheinland-Pfalz erläuterte Göbel die Herausforderungen, vor denen alle Krankenhäuser stehen: Seitens des Landes bestehe der Wunsch nach Kostenminimierung und einer Senkung der Bettenzahl. Zugleich solle aber die regionale Versorgung gesichert werden. „Der Kostendruck lässt den Häusern kaum Spielraum für Investitionen“, so der neue Vorstand. Es sei aber dringend notwendig, Geld in die Hand zu nehmen. „Wir brauchen eine patientengerechte Infrastruktur, die uns auch künftig eine bestmögliche medizinische Versorgung erlaubt. Daher überlegen wir, ob ein Neubau des Diakonie Krankenhauses eine Alternative zu umfassenden Sanierungen sein kann“, sagte Göbel. 

Stärkung der Kompetenzzentren
Im Mittelpunkt künftiger Maßnahmen sieht das neue Vorstandsmitglied den Ausbau vorhandener Stärken. Der Standort Bad Kreuznach ist als Endoprothesenzentrum der Maximalversorgung hervorragend ausgestattet. Die Abteilung Orthopädie operiert seit Jahresbeginn mit Unterstützung eines Roboterarms namens Mako, was zu exzellenten Ergebnissen beim Kniegelenkersatz beiträgt. „Das Diakonie Krankenhaus ist bundesweit eines von ganz wenigen Häusern, die diese Innovation nutzen“, so Göbel. Als weiteren Schwerpunkt nennt er die nachweisliche Kompetenz im Bereich der Früh- und Neugeborenenmedizin. „Als Perinatalzentrum Level 1 stehen wir für maximale Sicherheit auch bei Risiko- und Mehrlingsschwangerschaften“, betont der 55-Jährige. Dieses Jahr seien bereits über 1.000 Kinder auf der Geburtenstation des Diakonie Krankenhauses auf die Welt gekommen, Tendenz steigend. „Das steht für Kompetenz und Vertrauen in unsere Leistungen. Daran gilt es weiter zu arbeiten. Zusammen mit der Kinder- und Jugendmedizin bieten wir eine optimale Rundumversorgung.“

Zudem möchte Göbel das Sozialpädiatrische Zentrum (SPZ) stärker an die Krankenhäuser binden, eine ambulante Einrichtung für Kinder und Jugendliche mit Entwicklungsauffälligkeiten, Behinderungen oder mit drohender Behinderung. Auch die Übernahme von kassenärztlichen Sitzen in das Diakonie Krankenhaus ist eine Option zur umfassenden Versorgung aus einer Hand. „Es ist im Interesse der Patienten, dass wir ambulante und stationäre Leistungen stärker verzahnen und die Zusammenarbeit zwischen Krankenhäusern ausbauen. Als Stiftung kreuznacher diakonie wollen wir ein fairer Partner sein für andere Anbieter gesundheitlicher Leistungen. Gerade hier in Bad Kreuznach, einem Standort, der traditionell für eine gute gesundheitliche Infrastruktur steht, ist mir das ein großes Anliegen“, so der neue Medizinvorstand.

Facharztzentrum füllt sich
Dass dies nicht nur Wunsch ist, sondern ganz konkret gelebt wird, dafür steht das Facharztzentrum am Diakonie Krankenhaus. Dessen Angebot wächst beständig. Nach einer Praxis für Strahlentherapie und einer gerade eingezogenen internistischen Hausarztpraxis, gibt es dort ärztlicherseits künftig eine Gemeinschaftspraxis für die Bereiche Gynäkologie und Geburtshilfe sowie Mund-, Gesichts- und Kieferchirurgie, Plastische Chirurgie und Implantologie.