Interkulturelle Gruppe in Trier geplant

Zwei Mädchen im Gespräch

Diakonie Krankenhaus Bad Kreuznach, Mittwochvormittag gegen 9 Uhr – Lois Chiamaka Joseph (19) schiebt einen älteren Patienten im Rollstuhl zum Ultraschall. Die junge Frau hat im Juli ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) begonnen und arbeitet in der Stroke Unit der Abteilung für Innere Medizin. „Ich helfe den Schwestern zum Beispiel beim Essen austeilen oder bei der Körperpflege“, erzählt sie. „Eine anstrengende Arbeit, aber ich liebe das.“

Vor gut zwei Jahren kam die damals 17-Jährige allein aus Nigeria in die Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende in Trier. Das Jugendamt der Stadt Trier nahm sich der Minderjährigen an. Als regionales Schwerpunkt-Jugendamt ist es für die Erstversorgung der minderjährigen Geflüchteten für einen Teil der Jugendämter in Rheinland-Pfalz zuständig. Wenn minderjährige unbegleitete Mädchen unterzubringen sind, arbeitet das Jugendamt seit vielen Jahren mit der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe der Stiftung kreuznacher diakonie zusammen. Für unbegleitete minderjährige Ausländer (umA) stellt die kirchliche Stiftung ein differenziertes Spektrum von Clearingplätzen und Inobhutnahmegruppen bis zu stationären und ambulanten Anschlussmaßnahmen zur Verfügung. Ihr Engagement für geflüchtete Mädchen in Trier wird die Stiftung kreuznacher diakonie in Trier nach Rücksprache mit der Stadt erweitern und plant, in Kürze eine interkulturelle Gruppe zu eröffnen. Die Stadt Trier bearbeitet zurzeit einen Antrag zum Umbau einer erworbenen Immobilie.

Das Beispiel der jungen Nigerianerin Lois zeigt, dass eine gute Eingliederung von jungen Flüchtlingen die gewünschten Synergieeffekte für den Arbeitsmarkt, wo es bekanntermaßen einen Mangel an Fachkräften in Pflegeberufen gibt, mit sich bringen kann. Lois hat inzwischen einen Platz für die einjährige Ausbildung zur Krankenpflegehelferin sicher, die im April 2019 beginnt. Im Anschluss möchte sie die dreijährige Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin anschließen.

Ähnlich wie Lois geht es vielen jungen Mädchen, die auf ihrer Flucht vor Not und Gewalt in Trier angekommen sind. Daher ist die Fortführung der guten Zusammenarbeit zwischen dem Stadtjugendamt Trier und der Stiftung kreuznacher diakonie mit der Eröffnung einer interkulturellen stationären Wohngruppe für weibliche minderjährige Flüchtlinge und männliche Flüchtlinge bis 14 Jahre am Standort Trier folgerichtig. „Durch die Nähe zur Stadtverwaltung, zur Aufnahmestelle für Asylbegehrende und zu weiteren Kooperationspartnern, mit denen wir eng zusammenarbeiten wollen, hoffen wir, den jungen Menschen eine gute Perspektive in unserer Gesellschaft bieten zu können. Das wäre ein Gewinn für alle“, sagt Diplompädagogin Sonja Orantek, Bereichsleiterin der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe der Stiftung kreuznacher diakonie.