Lebensmittelspenden versorgen mehr als 800 Menschen in Idar-Oberstein
IDAR-OBERSTEIN. Irgendwoher kannten manche Kunden der Tafel in Idar-Oberstein zumindest diese große, freundliche Frau, die ihnen da neulich ihre Kisten mit den Lebensmittelspenden überreichte: Julia Klöckner, Bundestagspräsidentin, CDU-Landtagskandidat im Kreis Birkenfeld Frederik Grüneberg und Pfr. Prof. Dr. Holger Böckel, Vorstand der Stiftung kreuznacher diakonie, unterstützten am Dreikönigstag die ehrenamtlich Helfenden bei der Ausgabe.
Zwischen 800 und, in Spitzenzeiten, mehr als 1.000 Personen werden dort wöchentlich mit gespendeten Lebensmitteln unterstützt. Rund 25 ehrenamtliche Helfende und 2 feste Mitarbeitende aus dem Team um Tanja Theis, mit ausgewiesener sozialarbeiterischer Kompetenz, begleiten das Sammeln und die Verteilung der Spenden an der Oberen Nahe, im Haus der Wohnungslosenhilfe in der Amtsstraße 4. 2025 feierte die Tafel dort 20-jähriges Bestehen. Sie zeichnet sich besonders dadurch aus, dass sie, im Gegensatz zu vielen ehrenamtlich geführten Tafeln, in Idar-Oberstein mit festangestellten Mitarbeitenden betrieben wird und auch integrierter Bestandteil des Gesamtangebots der Wohnungslosenhilfe der Stiftung kreuznacher diakonie ist:
„Während die Bedürftigkeit wöchentlich geprüft wird, ist unser Tagesaufenthalt „Horizont“ das niederschwelligste Angebot an hilfesuchenden Personen, die einfach kommen, essen und wieder gehen können,“ erklärt Holger Böckel. „Die nächste Stufe, unsere stationäre Wohnungslosenhilfe, wird dann weiter ergänzt durch eine ambulante Nachbetreuung. Und damit es möglichst gar nicht zu einem Wohnungsverlust kommt, haben wir die Fachberatungsstelle an der Oberen Nahe.“
Jennifer Möllers, Geschäftsbereichsleiterin Familien und Soziale Hilfen (FSH) der Stiftung kreuznacher diakonie, ergänzt: „Unser Übernachtungsangebot in der Notunterkunft hilft, wenn jemand adhoc einen Schlafplatz braucht, und natürlich machen wir auch nach wie vor klassische Straßensozialarbeit mit so genannten Streetworkern. So können wir Schritt für Schritt, beginnend mit dem Tagesaufenthalt „Horizont“ und über die Tafel hilfreichen Kontakt herstellen.“
Die Tafel der Stiftung kreuznacher diakonie erhält Geld- und Sachspenden von Menschen aus dem Landkreis, die den Betrieb der Einrichtung sichern. Die Menge der gespendeten Lebensmittel reicht allerdings nicht immer aus, um die Tafelkisten zu füllen. Etwas ausgeglichen werden kann dies aus Großspenden, die über den Landesverband der Tafeln organisiert werden. Barspenden sind immer notwendig, um die Ausgaben für die Räume, einschließlich Kühl- und Gefriermöglichkeiten, Energiekosten und die Aufwendungen für die beiden Tafel-Fahrzeuge zu decken.
