Gemeinsames Gebet für die Opfer der Fluten

Pfarrer Friedemann Bach vor der Martin-Luther-Kirche in Bad Neuenahr Marcel Kuß

Pfr. Friedemann Bach vor der Martin-Luther-Kirche, Bad Neuenahr

Sprachlos, ungläubig, voller Anteilnahme und dem Bedürfnis zu helfen, verfolgen wir die Ereignisse in den Überschwemmungsgebieten ganz in unserer Nähe. Wir sehen das Ausmaß der Katastrophe im Fernsehen, hören von den Helfenden, die vor Ort waren. Wir wissen von Mitarbeitenden, die sich ehrenamtlich vor Ort sind und helfen – ihnen gilt unser Respekt. Wie auch den Feuerwehrleuten und Helfenden aus unseren Verbandsgemeinden. Hochachtung und Dank für den schnellen, selbstlosen Einsatz.

In einigen Einrichtungen der Seniorenhilfe sind erste Opfer untergekommen, die dort insbesondere auch seelsorglich begleitet werden. Eine Welle der Hilfsbereitschaft der Mitarbeitenden und der Gemeinden macht Mut, schnelle, unbürokratische Hilfe ist da gefragt. Kleider und Dinge des täglichen Bedarfs wurden zusammengetragen, die Ärzte an den Aufnahmeorten haben sich daran gemacht, Informationen über die Erkrankungen der Flutopfer zu sammeln – was eine besondere Herausforderung darstellt, da weder die bisherigen Hausärzte noch die Apotheken auf Unterlagen zurückgreifen können.      

Verbunden mit zahlreichen Kirchengemeinden läuten auch die Glocken der Diakoniekirche am Freitag, 23. Juli, um 18.00 Uhr. Wir laden ein, gemeinsam zu beten – bei uns in der Andacht der Diakoniekirche, zuhause, oder in der Kirche Ihres Wohnortes.

In Gedanken bei allen Leidtragenden, mit unserem Dank bei den Helfenden, beten wir mit Worten des Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Thorsten Latzel:

Gott, die Wasser haben mir auch die Worte weggespült.

Das Leid, das Menschen gerade geschieht, ist so unfassbar,

dass ich selbst beim Klagen nicht weiß, wo anzufangen.

Bei denen, die ertrunken sind? Bei den Vermissten?

Wir wissen selbst heute noch nicht einmal, wie viele.

Bei denen, die ihr Haus, ihr Geschäft, alle ihre Lebenserinnerungen verloren haben?

Mit der eigenen Wohnung haben viele zugleich ihre Heimat, ihr Vertrauen verloren.

Gott, du weißt um die Not, für die uns die Sprache fehlt.

Um die vielen Tränen, die dennoch nicht reichen und die ungeweinte Trauer.

Gott, schenk uns die Kraft jetzt für einander da zu sein.

Einander festzuhalten, wo unser Grund und Halt weggespült wurden.

Gott, gib uns Mut, wieder aufzustehen. Gegen Schlamm und Schutt.

Lass uns für einander Trösterinnen und Hoffnungsbringer sein.

Gott, hilf uns umzugehen mit dem, was wir nicht verstehen.

Und hilf uns so zu leben, dass sich solche Katastrophen nicht vermehren.

Sprich du selbst Amen, wenn wir es nicht mehr können.

Unsere Hilfe wird lange gebraucht. Dabei bitten wir darum, derzeit auf weitere Sachspenden zu verzichten. Geldspenden werden dagegen dringen benötigt. Hierzu weisen wir auf die Spendenkonten hin:

Diakonisches Werk Rheinland-Westfalen-Lippe e.V. – Diakonie RWL, Stichwort: Hochwasser-Hilfe BIC: GENODED1DKD; IBAN: DE79 3506 0190 1014 1550 20;

oder das Spendenkonto der Freiwilligen Feuerwehr der Verbandsgemeinde Rüdesheim, „Hochwasserhilfe Eifel“, DE89 5605 0180 0017 1397 75 oder

Stichwort „Gemeinden helfen Gemeinden“ der Evangelischen Kirche im Rheinland, DE95 3506 0190 1010 1770 53 bei der KD- Bank.

Unsere Spenden kommen direkt an.