Bad Kreuznach | Erfolgreiche Operation an der Wirbelsäule: Fahrradfahren und Laufen machen wieder Spaß

„Meine Bewegungsmöglichkeiten waren durch meine Rückenschmerzen immer mehr eingeschränkt.“ Seit 18 Jahren hatte Werner Broo Probleme mit dem Rücken. Er konnte nicht mehr schwer heben und nur noch 200 Meter laufen – die Schmerzen waren unerträglich. Doch das ist weitgehend vorbei, nachdem jetzt 71-Jährige von Dr. med. Nils Irmscher, Chefarzt der Wirbelsäulenchirurgie in den Diakonie Krankenhäusern Bad Kreuznach und Kirn im März 2021 an der Wirbelsäule operiert wurde. Dorthin habe ihn sein „jahrelanger Weg mit zahlreichen erfolglosen Therapien“ letztendlich geführt. Werner Broo lächelt. „Ich habe jetzt ein ganz neues Lebensgefühl“, ist Broo erleichtert.

„Nie zuvor wurde ich – nach eingehenden Untersuchungen durch Herrn Dr. Irmscher und seine Oberärzte Volker Dathe und Andreas Schollmayer so intensiv, detailliert, ruhig und ausführlich über die Ursachen meiner sehr starken Wirbelsäulenschmerzen aufgeklärt“, erzählt Werner Broo. Medikamente, Therapien und Aufenthalte in verschiedenen medizinischen Einrichtungen halfen nicht . „Es hatte keinen Sinn“, erinnert sich Broo mit Grauen. Spritzen, Schmerz-Cocktails oder Akkupunktur verlängerten den Schmerzensweg, linderten ihn aber nicht. Das Thema Operation rückte näher. „Man hat mir dann Dr. Irmscher im Diakonie Krankenhaus empfohlen“. Werner Broo folgte diesem Rat – und bereut es nicht.

Vertrauen durch ausführliche und einfühlsame Beratung

Dr. Nils Irmscher beschreibt die Ursachen für die quälenden Schmerzen von Werner Broo als ein „multifunktionales Geschehen“. Neben altersbedingtem Verschleiß, der zur zunehmenden Versteifung führte, hatte sich eine etwa erbsengroße Zyste gebildet, und ein Gleitwirbel verursachte zusätzliche Beschwerden. Betroffen sind die untersten drei Segmente der Lendenwirbel, die zu einer Fehlstellung bis in Höhe der Brustwirbel führten. Eingehende Untersuchungen und intensive Gespräche führen letztendlich zum Entschluss von Broo, sich operieren zu lassen. Während des dreieinhalbstündigen Eingriffs entfernt Dr. Irmscher, der diesen Eingriff trotz seiner Komplexität als „Standartsituation“ bewertet, die Zyste, renkt den Gleitwirbel ein und bringt acht Schrauben aus Titan, sogenannte Cages, als „Platzhalter“ für eine anatomisch korrekte Haltung und für die Verstärkung von vier Wirbeln an. Die Operation bei Werner Broo, die computer-assistiert navigiert und überwacht wird, verläuft erfolgreich. Circa 300 ähnliche chirurgische Eingriffe im Jahr führt Dr. Irmscher durch, der seit elf Jahren die Wirbelsäule im Fokus hat und seit 2016 zunächst Leitender Oberarzt des Wirbelsäulenzentrums am Diakonie Krankenhaus war bevor er 2020 zum Chefarzt in der Stiftung kreuznacher diakonie berufen wurde. Am häufigsten ist die operative Behandlung von Verschleißerscheinungen, wie Instabilitäten oder Einengungen des Spinalkanals, osteoporotischen oder unfallbedingten Brüchen an der Wirbelsäule. Auch Infektionen im Bereich der Bandscheiben oder Wirbelsäulenleiden, die durch eine Krebserkrankung entstehen, gehören in Irmschers Spezialgebiet.

Nach OP zurück im Leben

Fünf Monate, nachdem der Wirbelsäulenchirurg Werner Broo operiert hatte, trifft er sich mit Dr. Irmscher zur zweiten Kontrolluntersuchung. „Geht‘s Ihnen gut?“, so die herzliche Begrüßung zwischen Patient und Arzt. Schmerzfrei ist Broo natürlich noch nicht. Oberhalb der linken Hüfte am hinteren Beckenkamm „zwickt“ es noch. Das sei aber bedingt durch die chirurgische Korrektur der Wirbelsäulenfehlstellung, so Dr. Irmscher. Die Muskulatur muss sich erst wieder anpassen und entsprechend mobilisiert werden. „Aber das wird noch“, ist Broo optimistisch. Wenn die Schmerzen nach einem Jahr weiter auf dem Rückzug sind und im Röntgenbild auch alles in Ordnung ist, gilt Broo als geheilt. Aber jetzt schon kann Broo wieder Fahrradfahren und Laufen – drei bis fünf Kilometer in der Ebene und bei glatter Oberfläche. Bis zu zehn Kilometer hat er es schon geschafft.

Vor der Operation durch Dr. Nils Irmscher konnte Werner Broo kaum schlafen, musste mit einem Dauerschmerz leben. Dass er jetzt wieder Spazieren und Fahrrad fahren kann, „bedeutet mir extrem viel“, strahlt Broo. „Ich bin zufrieden mit der Entwicklung, bis heute, und mit dem Restschmerz kann ich gut leben“, betont Broo, ehe er sich wieder in sein Auto setzt, um nach Hause nach Mainz zu fahren. Dort lebt er ganz in Waldnähe – ideal, um sein tägliches Gehpensum gleich nach der Haustüre zu beginnen.