Darmkrebsmonat März | Endoskopische Vorsorge rettet Leben

Der internistische Oberarzt Dr. Karlheinz Kurfeß mit den beiden Endoskopieschwestern Margit Mesenich und Julia Zeiler

Die Vorstellung, an Darmkrebs zu erkranken, macht Angst. Besonders Männer fürchten sich so sehr davor, dass sie oftmals gar nicht erst zur Vorsorgeuntersuchung gehen. Diese Vogel-Strauß-Taktik endet im schlimmsten Fall tödlich. Denn Darmkrebs ist nicht selten: 64.000 Männer und Frauen erkranken nach Daten des Robert-Koch-Instituts jährlich daran; 26.000 sterben an dieser Erkrankung. Die statistische Wahrscheinlichkeit, dass es einen trifft, liegt bei 6 Prozent gemessen an der Gesamtbevölkerung. Aber jeder kann durch sein Verhalten dazu beitragen, sein Erkrankungsrisiko zu reduzieren: durch eine gesunde Ernährung, viel Bewegung und Vorsorgeuntersuchungen. „Rauchen, Übergewicht, mangelnde Bewegung und der Verzehr roten Fleisches erhöht dieses Risiko beträchtlich. Hier kann der Einzelne eine Menge dazu beitragen, sein eigenes Risiko zu senken“, erläutert Dr. Karlheinz Kurfeß, Oberarzt Innere Medizin an der Hunsrück Klinik.

Besonders wichtig ist dies für Menschen mit erhöhtem Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Das sind beispielsweise Personen, in deren Familie nahe Verwandte an Darmkrebs erkrankt sind oder starben (etwa 15 bis 20 Prozent der Neuerkrankungen). Oder bei denen eine genetische Veranlagung besteht (etwa drei Prozent der Erkrankungsfälle). Auch Menschen mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung gehören zu dieser Gruppe. Blut im Stuhl, wechselnde Stuhlkonsistenz, Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit sind Alarmsymptome, die unbedingt eine weitergehende ärztliche Abklärung erfordern.

Menschen ab dem 50. Lebensjahr sollten jährlich einen Stuhltest auf verstecktes Blut machen lassen. Ab dem 55. Lebensjahr übernehmen die Krankenkassen die Kosten für eine Darmspiegelung (Vorsorgekoloskopie) und nach zehn Jahren die für eine Kontrollspiegelung (bei auffälligen Befunden auch häufiger).

„Vor einer Darmspiegelung muss der Darm sauber sein. Deshalb muss der Patient am Tag vor der Untersuchung eine Abführlösung zu sich nehmen, aber das ist auch schon der unangenehmste Teil der Prozedur“, ermuntert Kurfeß zu dieser sichersten Methode, dem Darmkrebs auf die Spur zu kommen. „Von der eigentlichen Spiegelung in unserer hochmodernen endoskopischen Funktionsabteilung bekommen die Patienten nichts mit, da sie während der Untersuchung schlafen. Eine professionelle Überwachung durch eigens geschultes Personal gehört dabei für uns im Simmerner Krankenhaus zum Standard. Die Vergabe eines Untersuchungstermins erfolgt schnellstmöglich, leider sind jedoch Wartezeiten nicht immer zu vermeiden.“

95 Prozent der Darmkrebserkrankungen entstehen aus zunächst gutartigen Polypen, die im Laufe der Jahre wachsen und dann irgendwann entarten können. Bei den Vorsorgespiegelungen werden diese Polypen entfernt und feingeweblich untersucht. So wird Darmkrebs verhindert und aus diffuser Angst wird bestenfalls Erleichterung, auf jeden Fall aber Klarheit.