Bad Kreuznach | Karina Krainer übernimmt die Leitung der Diakonen-Ausbildung

Von Bochum nach Bad Kreuznach, von der Universität und der wissenschaftlichen Herangehensweise an die Theologie in die Leitung der Diakonen-Ausbildung der Stiftung kreuznacher diakonie: Für Karina Krainer ändert sich gerade ihre ganze Lebenswelt. Die 42-jährige Mutter von vier Kindern hat jetzt die Stelle als Leiterin der Diakonen-Ausbildung angetreten. Aufgewachsen im Oberbergischen, studierte sie nach dem Abitur in Gießen und machte ihren ersten Master. In der Studienzeit lernte sie ihren Mann kennen, zog mit ihm in seine österreichische Heimat nach Graz und nach dessen Abschluss als junge Familie 2011 nach Bochum. Studien im Alten Testament, ein zweiter Master, ein gemeinsames Projekt mit ihrer Professorin und danach ein darauf aufbauendes Job-Angebot – „da bin ich schon ein bisschen verkopft geworden“, findet sie selbst. Aber weil der Seelsorge-Aspekt sie schon immer interessierte, hat sie sich in ihrer Freizeit vielseitig sozial engagiert – sei es, dass sie als Karate-Trainerin Kindern diesen Sport nahe gebracht hat, in der Hausaufgabenhilfe arbeitete, als Jugendleiterin aktiv war, sich für Gruppen unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter engagierte und junge Menschen betreute, die ein Freiwilliges Soziales Jahr oder einen Bundesfreiwilligendienst absolvierten.

„Meine neue Stelle verbindet jetzt beides – ich finde es sehr reizvoll, nicht nur die Diakonen-Ausbildung zu leiten, sondern zugleich in der Stiftung mitzuarbeiten“, sagt Karina Krainer. Bei der Stiftung kreuznacher diakonie wurde sie herzlich aufgenommen. Hier sind Lernende und Lehrende froh, dass die Vakanz, die mit der Verabschiedung in die Rente der langjährigen Leiterin, Diakonin Doris Borngässer, im vergangenen Jahr begann, nun ein Ende hat. Die angehenden Diakoninnen und Diakone, Dozentinnen und Dozenten kennen zu lernen steht ganz oben auf Krainers Prioritätenliste. Ansonsten gilt für sie: „Was mich erwartet, ist das, was kommt. Ich gehe jedenfalls davon aus, dass ich viel von mir selbst einbringen kann.“ Dazu gehört für sie auf jeden Fall, immer ein offenes Ohr zu haben. „Ich praktiziere Mini-Hilfsbereitschaft: ein simples Lächeln für die Mitmenschen, jemanden, der sichtlich ungeduldig ist, an der Kasse vorlassen, weil sein Einkauf ohnehin kleiner ist – ich bin der Überzeugung, dass sich gute Taten ausbreiten.“ In den kommenden Monaten wird sie mit ihrem Mann und den Kindern im Alter von elf bis 16 Jahren die ihnen bisher unbekannte Region erkunden, um dann als Familie aus dem „zu städtischen“ Ruhrgebiet an die Nahe zu ziehen. Dabei wird auch Karina Krainers größtes Hobby, das Lesen, sicher nicht zu kurz kommen.