Bad Kreuznach: Diakonie Krankenhaus zur aktuellen Lage

 „Für die Krankenhäuser ist und bleibt die Corona-Pandemie eine große Herausforderung. Die Personalstärke in unseren Krankenhäusern ist derzeit der limitierende Faktor für die Versorgung der Patientinnen und Patienten“, sagt Dr. Stefan Scholvien. Er ist Oberarzt in der Fachabteilung für Innere Medizin am Diakonie Krankenhaus in Bad Kreuznach. „Auch wenn die Zahl der auf der Normal- und Intensivstation behandelten Patienten, die an Covid-19 erkrankt sind, noch beherrschbar ist, bedeutet doch jeder Einzelne einen erhöhten Aufwand: für Isolierung, Hygiene und Behandlung. Schwerer wiegt jedoch, dass die Menschen, die im ärztlichen Dienst und in der Pflege arbeiten, nicht so einfach ersetzt werden können, wenn sie krankheitsbedingt oder durch Quarantäne ausfallen“.

Aktuell werden im Diakonie Krankenhaus keine Operationen verschoben. „Das war in den vergangenen Wochen schon mal anders“, so der Ärztliche Direktor des Diakonie Krankenhauses, Dr. Christoph von Buch, im Hinblick auf einzelne Bereiche. Hinzu kommt die seit Wochen hohe Zahl von Patienten in der Notaufnahme. „Dank der hohen Flexibilität und eines Kraftaktes des gesamten Teams konnten wir die Notfallversorgung aufrechterhalten. Das hat natürlich an anderer Stelle zu Einschränkungen geführt und überlastet auf Dauer auch die engagiertesten Teams“, erklärt er die aktuelle Lage.

Um kurzfristig Personalengpässe aufzufangen, wenn Mitarbeitende ausfallen, werden auch im Diakonie Krankenhaus Honorarkräfte zur Versorgung der Patientinnen und Patienten eingesetzt. „Wir haben Kolleginnen und Kollegen, die sich mittlerweile zum zweiten und sogar dritten Mal mit Covid-19 infiziert haben und jedes Mal für acht bis zehn Tage ausfallen“, berichtet Scholvien.

Im Diakonie Krankenhaus sind nahezu alle Mitarbeitenden vollständig geimpft. In seiner zweiten Funktion als Betriebsarzt hat Dr. Scholvien viele Kolleginnen und Kollegen selbst geimpft. „Die Corona-Impfung schützt vor schweren Krankheitsverläufen, jedoch aktuell nicht besonders gut vor einer Ansteckung mit der Omikron-Variante“, so seine Erfahrung und ergänzt: „Die sogenannte Arbeitsquarantäne, bei der Corona-infizierte, aber symptomfreie Mitarbeitende früher wieder arbeiten gehen, hilft uns im Krankenhaus nichts. Die meisten Menschen, die sich mit der aktuellen Omikron-Variante infizieren, haben doch mehrere Tage lang Symptome und können nicht arbeiten gehen. Bedeutender ist aber die hohe Verantwortung, die das medizinische Personal trägt. Wir behandeln besonders gefährdete Patienten wie ältere Menschen, Kranke und Schwangere und diese Personengruppen müssen auch besonders vor einer Infektion geschützt werden“.