Asbacher Hütte | Gärtner Elias Kuhnt will Menschen wachsen sehen

Elias Kuhnt bei seiner Arbeit

Elias Kuhnt bei seiner Arbeit

ASBACHER HÜTTE. Elias Kuhnt wirkt, als hätte er seinen Platz gefunden. Mit strahlenden Augen erzählt der 27-Jährige von seiner Arbeit in der Garten- und Landschaftspflege. Sein neuer Arbeitgeber ist die Werkstatt für Menschen mit Beeinträchtigungen auf der Asbacher Hütte. Hier kümmert sich der gelernte Gärtner seit dem 1. März nicht nur ums „Grünzeug“, sondern vor allem auch um Menschen.

Denn der Betrieb Asbacher Hütte (Kreis Birkenfeld) der Stiftung kreuznacher diakonie bietet Arbeitsplätze für Menschen mit geistiger, körperlicher Behinderung und Lernbeeinträchtigung. Zur Werkstatt gehören ein nach Bioland-Standards geführter Geflügelhof mit eigener Metzgerei – der Hüttenhof -, ein Hofladen sowie drei Montagegruppen, eine Goldschmiede und eben eine Garten- und Landschaftsgruppe, wo Elias Kuhnt aus Kempfeld als Gruppenhelfer arbeitet. Über 70 Beschäftigte werden hier von einem multiprofessionellen Team aus Arbeitserziehern, Ergotherapeuten, Erziehern und geprüften Fachkräften für Arbeits- und Berufsförderung (gFAB) sowie Sozialpädagogen begleitet. 25 Mitarbeitende wie Elias Kuhnt stehen dafür ein, Teilhabe und Inklusion möglich zu machen.

Gerade für Menschen, die eine handwerkliche Ausbildung mitbringen und gleichzeitig Sensibilität für die Bedarfe und Stärken von Menschen mit Beeinträchtigungen haben, bieten die sieben Werkstätten der Stiftung kreuznacher diakonie ausgewöhnlich vielfältige Arbeitsfelder. Genau das hat auch Elias Kuhnt gereizt, hier anzufangen. Seit dem 1. März gehört er zum „GaLa“-Team, wie die „Grüne Truppe“ intern genannt wird. Hier kann er sein Fachwissen als Gärtner mit sozialem Engagement verbinden: „Meinen Beruf, soziale Arbeit und pädagogisches Handeln miteinander zu verknüpfen, ist hier mein Ziel! Es ist schön zu sehen, wie sich Menschen entwickeln, ihnen die Chance auf Teilhabe zu geben und sich selbst als wertvollen Teil der Gesellschaft zu sehen – das ist mir wichtig“, erklärt der Kempfelder, der nach der Schule ein Freiwilliges Soziales Jahr und eine Gärtner-Ausbildung absolviert hat. Auch in seiner Freizeit ist er gesellschaftspolitisch aktiv und engagiert.

Für die Teamleiter Udo Hüster und Marcel Frank war Kuhnt ein idealer Kandidat auf der Bewerberliste: „Wer sich auch dafür interessiert, kann gerne bei uns in der Werkstatt mal „hineinschnuppern“, ob ihm die Arbeit liegt.“ 

Mitarbeitende der Werkstätten, die einen handwerklichen Beruf mitbringen, haben gute Chancen sich beruflich weiterzuentwickeln. Eine Option ist die Weiterbildung zur Geprüften Fachkraft zur Arbeits- und Berufsförderung (gFAB), die weitere berufliche Türen bis hin zu einer Betriebsleitung öffnet. Voraussetzung ist wie bei Kuhnt eine abgeschlossene Berufsausbildung – hier der Gärtner.

Die berufsbegleitende gFAB hat die Förderung von Menschen mit Behinderungen zum Ziel. Inhalte sind die Arbeitsplatzanpassung, Bildungsplanung und Dokumentation, Pädagogik, Heilpädagogik, Arbeits-/Sozialrecht, Methodik/Didaktik und Kommunikation. Denn in den Werkstätten wird die Arbeit an die Menschen angepasst, nicht umgekehrt. Schließlich geht es darum, die Teilhabe am Arbeitsleben zu fördern. Die beste Gelegenheit die Werkstatt Asbacher Hütte kennenzulernen, ist der für Freitag, 4. September, 10 – 17 Uhr, geplante Tag der offenen Tür.