Asbacher Hütte | Felix Elias Bloem verstärkt mit 20 Jahren den Hüttenhof

Stiftungen kreuznacher diakonie/Eva-Maria Bloem

Verantwortung übernehmen und Leben im Einklang mit der Natur fördern

ASBACHER HÜTTE. Wenn Felix Elias Bloem über Landwirtschaft spricht, spürt man sofort: Das ist mehr als ein Beruf – es ist Leidenschaft. Schon als kleiner Junge stand er nicht am Spielfeldrand, sondern half auf dem benachbarten Bauernhof mit. Zwischen Stall und Feldern wuchs nicht nur seine Begeisterung für Tiere und Natur, sondern auch der Wunsch, Landwirt zu werden. Heute, mit gerade einmal 20 Jahren, übernimmt Bloem Verantwortung auf dem Hüttenhof der Werkstatt Asbacher Hütte. Der Betrieb Asbacher Hütte (Kreis Birkenfeld) bietet Arbeitsplätze für Menschen mit geistiger, körperlicher Behinderung und Lernbeeinträchtigung. Zur Werkstatt gehört ein Geflügelhof nach Bioland-Standards mit eigener Metzgerei – der Hüttenhof -, ein Hofladen und eine Garten- Landschaftsgruppe - sowie drei Montagegruppen und eine Goldschmiede.  

In der Goldschmiede wird zudem hochwertiger Silberschmuck hergestellt. Die Werkstatt bietet also vielfältige Arbeitsfelder. Über 70 Beschäftigte werden hier von einem multiprofessionellen Team aus Arbeitserziehern, Ergotherapeuten, Erzieher und geprüfte Fachkräfte für Arbeits- und Berufsförderung (gFAB) sowie Sozialpädagogen begleitet. 25 Mitarbeitende und Betriebsleiter Matthias Winau stehen dafür ein, Teilhabe und Inklusion möglich zu machen.

Auf dem Hüttenhof – also dem Werkstatt eigenen landwirtschaftlichen Betrieb - hat Felix Elias Bloem seine berufliche Heimat gefunden. Als Gruppenleiter im Bereich Landwirtschaft sowie Garten- und Landschaftsbau kann er sein Fachwissen als Landwirt mit sozialem Engagement verbinden – und schlägt damit eine Brücke zwischen handwerklicher Arbeit und menschlicher Nähe. Zur Professionalisierung in der Werkstatt gehört die Weiterbildung zur Geprüften Fachkraft zur Arbeits- und Berufsförderung (gFAB). So wird qualifiziertes Fachpersonal für die pädagogische Arbeit in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen (WfbM)weitergebildet. Voraussetzung ist eine abgeschlossene Berufsausbildung – hier der Landwirt.

Die berufsbegleitende gFAB hat die Förderung von Menschen mit Behinderungen zum Ziel. Inhalte sind die Arbeitsplatzanpassung, Bildungsplanung und Dokumentation, Pädagogik, Heilpädagogik, Arbeits-/Sozialrecht, Methodik/Didaktik und Kommunikation. Denn in den Werkstätten wird die Arbeit an die Menschen angepasst, nicht umgekehrt. Schließlich geht es darum, die Teilhabe am Arbeitsleben zu fördern.

Die Arbeit mit Menschen mit Handicap war für Felix Bloem anfangs eine neue Erfahrung. Doch mögliche Zweifel – ob ein so junger Gruppenleiter ernst genommen würde oder den Anforderungen gewachsen sei – verflogen schnell. Mit Geduld, Klarheit und viel Einfühlungsvermögen vermittelt Bloem schon jetzt Arbeitsabläufe, schafft Struktur und hört aufmerksam zu. Er begegnet den Beschäftigten auf Augenhöhe. Damit erfüllt er die Ansprüche, die die Werkstätten der Stiftung kreuznacher diakonie an ihre Mitarbeitenden im Bereich der Behindertenhilfe stellt.

„Es macht mir große Freude, gemeinsam im Team zu arbeiten und die Beschäftigten bei ihren Aufgaben zu begleiten“, erklärt der 20-Jährige. Diese Freude ist spürbar: Bloem packt selbst mit an, arbeitet mit, erklärt, unterstützt – und lebt Teamgeist vor. Auch im KollegInnenkreis hat er seinen Platz längst gefunden. Als jüngstes Teammitglied wurde er herzlich aufgenommen und als Gruppenleiter akzeptiert. Sein Engagement, seine Verlässlichkeit und seine natürliche Art machen ihn zu einem geschätzten Ansprechpartner. Privat zeigt sich derselbe Einsatz: In der Freiwilligen Feuerwehr übernimmt er Verantwortung für die Gemeinschaft. Doch sein Herz schlägt vor allem für den Hüttenhof. „Ich freue mich sehr, hier als Gruppenleiter tätig zu sein“, sagt Bloem.

Marcel Frank, Teamleiter für den Bereich Hüttenhof, ist stolz auf den jungen Kollegen: „Mit Felix Elias Bloem gewinnt der Hof nicht nur einen jungen Fachmann, sondern einen Menschen, der mit Begeisterung, Herz und Verantwortungsbewusstsein seinen Weg geht – und andere auf diesem Weg mitnimmt.“