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Engagiert bei den "Grünen Damen"

Heidi Bonitz (l.) mit ihren Kolleginnen Ursula Denger (M.) und Helga Koch (r.)
Heidi Bonitz (l.) mit ihren Kolleginnen Ursula Denger (M.) und Helga Koch (r.)

Auftakt mit Frühstück: Donnerstagsfrüh tauscht Heidi Bonitz mit ihren beiden Kolleginnen in der Cafeteria des Fliedner Krankenhauses bei Kaffee, Tee und „Weck“ die Neuigkeiten der vergangenen Woche aus, bevor sie sich ihren grünen Kittel überzieht. Die ehemalige Krankenschwester besucht jeden Donnerstag die psychotherapeutisch-psychiatrische Abteilung des Fliedner Krankenhauses in Neunkirchen. In der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie stehen 85 stationäre Plätze für die Pflichtversorgung im Kreis Neunkirchen (Saarland) zur Verfügung, hinzu kommen 20 Plätze der Tagesklinik. Häufig sind hier Patienten und Patientinnen mit Depressionen, mit Alkohol- oder anderen Drogenproblemen oder mit Psychosen über einen längeren Zeitraum in Behandlung.

„Guten Morgen, die Grünen Damen. Brauchen Sie etwas?“ Mit diesem Satz schaut Heidi Bonitz in jedes Zimmer hinein und bietet den Patient/-innen an, einkaufen zu gehen. Häufig sind es Kleinigkeiten, die im Krankenhaus fehlen, um sich wohlzufühlen: die Lieblingsseife, ein Deo, etwas Besonderes zu trinken oder eine Nascherei. Zum Teil dürfen die Kranken die Station nicht verlassen und sind daher auf Unterstützung angewiesen.

Offenheit und Einfühlungsvermögen sind gefragt
Schon in ihrer Zeit als Krankenschwester hat Heidi Bonitz die Tätigkeit der Grünen Damen geschätzt: „Man geht einfach aus einer anderen Position ins Zimmer als das Personal“, sagt sie. Ihr gegenüber können sich die Patient/-innen anders äußern als gegenüber den Schwestern oder Ärzten und Ärztinnen, denen es in der Regel um medizinische Probleme geht. Heidi Bonitz hat als „Grüne Dame“ viele einsame Menschen, beispielsweise mit Alkoholproblemen oder Depressionen, kennen gelernt.

Wenn jemand lange Zeit im Krankenhaus bleiben muss, kommen schließlich nur noch wenige Freunde und Bekannte zu Besuch: „Dann setze ich mich häufig dazu und bleibe oft auch länger zu einem Gespräch.“ Natürlich kommt es auch vor, dass Patient/-innen sie ablehnen: „Das kann Teil der Krankheit sein und man sollte das nicht persönlich nehmen“, so ihre Erfahrung. Man muss in seiner Persönlichkeit gefestigt sein, aber die agile Ehrenamtliche hat es nie als Belastung empfunden, auch mal nicht willkommen zu sein. Als „Grüne Dame“ ist es für sie eine Bereicherung, Menschen, denen es gerade nicht gut geht, helfen zu können – einfach indem sie für jemanden da ist und zuhört.

Ehemalige Krankenschwester mit Leib und Seele
Nachdem Heidi Bonitz auch über eine Station der Inneren Abteilung gegangen ist, wo zum großen Teil sehr alte Menschen liegen, ordnet sie ihre Bestellungen. Bevor sie sich auf den Weg in den Supermarkt macht, findet sie noch Zeit für ein kurzes Gespräch mit ihrer ehemaligen Kollegin, Schwester Alwine. „Wenn ich auf Station bin, dann kribbelt es mir immer noch in den Händen“, erzählt Heidi Bonitz. Manchmal findet sie es immer noch schade, dass sie nicht mehr in den Beruf zurückgekehrt ist. „Ich war Krankenschwester mit Leib und Seele“, sagt sie und lacht. Gut, dass es die Grünen Damen gibt.

Die Grünen Damen

Träger der ehrenamtlichen Hilfe in Krankenhäusern und Senioreneinrichtungen durch die Grünen Damen und Herren ist die Evangelische Krankenhaushilfe e.V. (EKH). Gegründet 1969 nach amerikanischem Vorbild sind es inzwischen rund 11.000 Frauen (und einige Herren), die – kenntlich durch ihre grünen Kittel - ehrenamtlich kranken und alten Menschen ihre Zeit und ihre Zuwendung schenken. Sie nehmen sich Zeit zum Zuhören und für Gespräche, erledigen kleine Besorgungen und Hilfeleistungen, kümmern sich also um Dinge, zu denen die hauptamtlichen Pflege- und Betreuungskräfte nicht immer die nötige Zeit und Ruhe haben.






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