In einer Mutter-Kind-Gruppe

Paula* lernt gerade laufen und ist wie ein Wirbelwind auf allen Vieren unterwegs. Mit ihren 15 Monaten erkundet sie die Welt in der großen Gemeinschaftsküche der Mutter-Kind-Gruppe der Stiftung kreuznacher diakonie in Kirn. Mama Marie Heinrich* freut sich über die Fortschritte der Kleinen. Die junge Mutter ist ein spontaner, impulsiver Teenager und gleichzeitig eine reflektierte und zielbewusste junge Frau. Das war nicht immer so. Die meiste Zeit ihres Lebens hat die heute 18-Jährige in Heimen oder Pflegefamilien verbracht. „Es gab eine Zeit, da war ich nicht einfach“, sagt Marie Heinrich heute über sich. Kein Wunder, ihre Eltern - der Vater oft hinter Gittern, die Mutter früh verstorben - haben ihr nicht den Rücken stärken können.

Mit 14 Jahren zieht sie ins Kinder- und Jugendheim Niederwörresbach der Stiftung kreuznacher diakonie.

Als Marie in der 10. Klasse schwanger wird, wechselt sie im Frühjahr 2014 problemlos in die Mutter-Kind-Gruppe des Jugendheims. Dank dieser Hilfe kann sie schon kurz nach der Geburt von Paula wieder zurück in die Schule. Wenige Wochen später hält sie ihren Realabschluss mit guten Noten in der Hand. „Ich bin so dankbar, dass ich in der Mutter-Kind-Gruppe gewohnt habe. Alleine hätte ich das nie hinbekommen.“

Die Stiftung kreuznacher diakonie verfügt über drei Mutter-Kind-Gruppen mit insgesamt 34 Plätzen. Hier werden junge Mütter und Väter von pädagogischen Fachkräften begleitet und bei der Erziehung ihrer Kinder unterstützt. „Wir legen großen Wert auf den lebenspraktischen Bereich. Wir zeigen den Müttern, wie sie ihr Kind selbstständig versorgen. Die Schule und der Kontakt zur Familie sollen auch nicht zu kurz kommen“, erläutert Daniela Schröder, Leiterin der Mutter-Kind-Gruppe. Marie Heinrich wird in diesem Jahr eine Ausbildung zur Sozialassistentin beginnen. „Wir helfen ihr dabei, Ausbildung und Kindererziehung unter einen Hut zu bringen“, sagt die Gruppenleiterin. Mutter und Tochter teilen sich in der Mutter-Kind-Gruppe ein geräumiges Wohn-Schlafzimmer mit Bad. Eine kleine Küche steht auch zur Verfügung. Gemeinsam mit den Betreuerinnen und Betreuern der Gruppe arbeitet die junge Mutter daran, sich auf ein eigenständiges Leben mit Kind vorzubereiten.

Wie Marie Heinrich geht es vielen jungen Müttern oder Müttern, die aufgrund einer Einschränkung (noch) nicht alleine für ihr Kind sorgen können. Der Bedarf ist in den letzten Jahren größer geworden. Daher richtet die Stiftung kreuznacher diakonie ab Januar 2016 eine weitere Mutter-Kind-Gruppe in Rhaunen ein.

Bei der Einrichtung und Ausstattung benötigen wir Ihre Hilfe. Unterstützen Sie mit Ihrer Spende Menschen wie Marie und Paula Heinrich auf ihrem Weg in ein eigenständiges Leben. Starke Kinder brauchen fitte Eltern.

*Namen geändert

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