Wie eine große FamilieUnterwegs im Namen des HerrnHerr Fischborn, ich habe Sie schon öfter mit Ihrem orangefarbenen Flitzer über das Gelände in Bad Kreuznach fahren sehen. Was genau ist Ihre Aufgabe?
Allgemein gesagt sind meine sechs Kollegen und ich dafür verantwortlich, dass im innerbetrieblichen Transport alles glatt läuft. Wir sorgen zum Beispiel dafür, dass die Menschen mit Behinderungen pünktlich ihr Frühstück bekommen, dass das Krankenhaus nicht in schmutziger Wäsche ertrinkt und dass die Müllcontainer regelmäßig leer sind. Außerdem bringen wir den Diakonissen ihr Mittagsessen und holen natürlich die leeren Behälter wieder ab. Da legen Sie ja jeden Tag eine beachtliche Strecke zurück.
Ich habe zwar noch nicht genau geschaut, aber pro Jahr sind das schon einige Tausend Kilometer, die ich übers Gelände fahre. Da kennt man fast jede Ecke. Ich bin schließlich am 1. Oktober 2009 seit 16 Jahren hier beschäftigt. Und es macht mir immer noch großen Spaß. Was gefällt es Ihnen besonders an diesem Arbeitsplatz?
Ganz klar die Menschen. Wenn ich am Kinderhaus Arche vorbeikomme, winken mir die Kleinen zu, vor dem Krankenhaus wünscht mir der Ärztliche Direktor einen guten Morgen. Und ich grüße selbstverständlich zurück. Egal, welche Funktion hier jemand hat, alle sind freundlich. Sie fahren also nicht einfach nur übers Gelände von A nach B, sondern sehen auch was um Sie herum passiert.
Ganz genau. Ich bin keiner, der stur geradeaus schaut. Ich liebe den Kontakt zu den Menschen. Und die sieht man nur, wenn man auch mal nach rechts und links guckt. Wir sind doch hier wie eine große Familie. Apropos Familie, Sie sind nicht der einzige Herr Fischborn, der hier in der Stiftung kreuznacher diakonie arbeitet, stimmt’s?
Ja genau, mein Bruder Willi arbeitet auch beim Hol- und Bringedienst und meine Frau Christine ist im Rehabilitationszentrum Bethesda beschäftigt. Wir haben uns sogar bei der kreuznacher diakonie kennengelernt. Auf Ihrem Transportfahrzeug klebt der Spruch „Unterwegs im Namen des Herrn“. Was hat es damit auf sich?
Mir ist es wichtig, nicht nur christlich zu denken, sondern auch so zu handeln. Dieser Aufkleber erinnert mich immer wieder daran, dass der Dienst am Menschen das Wichtigste ist. Haben Sie ein konkretes Beispiel?
Einmal, da hatten wir ziemlich viel Schnee. Eine Rollstuhlfahrerin hatte sich festgefahren. Alleine wäre sie nicht mehr weitergekommen. Da bin ich direkt vom Fahrzeug abgestiegen und habe ihr geholfen. Aber das war keine große Sache. Das hätte doch jeder getan. So sollte es zumindest sein. Aber die Wirklichkeit sieht oft doch leider anders aus.
Für mich ist das selbstverständlich. Ich helfe gern. Das hängt wahrscheinlich auch mit meinem christlichen Glauben zusammen. Um mich etwas intensiver damit zu beschäftigen, habe ich vor einem Jahr den Basiskurs Diakonie absolviert. Das war wirklich eine tolle Erfahrung. Sehr viel gebracht hat mir dabei auch der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Bereichen. Ich habe sehr viele nette Menschen kennengelernt und einiges über die Stiftung kreuznacher diakonie und mich selbst erfahren. Vielen Dank für das Gespräch und allseits gute Fahrt.
|


