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Stiftung kreuznacher diakonie
Bad Kreuznach
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Musik gehört zum Leben

Oswald Beuren spielt Gitarre
Ein Leben ohne Musik – für Oswald Beuren unvorstellbar

Den Wechsel vom Maschinenbaumeister zur Altenpflege hat Oswald Beuren nie bereut.

Hallo Herr Beuren, ich habe gehört, einen Tag, an dem Sie keine Musik machen, gibt es nicht. Stimmt das?

Ja, das ist wahr. Mindest eine Stunde am Tag muss das schon sein. Meine komplette Familie ist sehr musikalisch. Das gehört bei uns einfach zum Leben dazu. Ich selbst spiele Gitarre und Mundharmonika. Das baue ich auch in meinen Berufsalltag ein.

Inwiefern?

Ich arbeite im Luise Deutsch als Beschäftigungstherapeut im Senior Aktiv Programm. Und da spiele ich den Bewohner/-innen zum Beispiel Lieder vor oder singe mit ihnen. Wir basteln gemeinsam einfache Rhythmusinstrumente aus Holz oder Bierdeckeln, die unsere Seniorinnen und Senioren dann selbst spielen. Meist treffen wir uns in einer Gruppe. Aber ich gehe auch zu bettlägerigen Menschen ins Zimmer.

Welche Freizeitaktivitäten bieten Sie den Bewohner/-innen noch an?

Wir möchten alle Sinne anregen. Das bedeutet, wir arbeiten mit Aromaölen oder lassen die Senior/-innen verschiedene Obstsorten erschmecken. Außerdem gehören Gedächtnistraining und Geschicklichkeitsübungen - etwa mit dem Ball - zu unserem Programm.

Und wie kommt das Angebot an?

Sehr gut. Die alten Menschen freuen sich richtig, wenn sie ein bisschen Abwechslung haben und wir uns mit ihnen beschäftigen. Gerade bei alten Volksliedern haben viele ein Strahlen auf dem Gesicht. Auch an Demenz Erkrankte können sich an viele Lieder von früher erinnern und haben dann natürlich ein großes Erfolgserlebnis.

Sie haben mit den Senior/-innen sogar einen Chor gegründet.

Ja, einen Chor mit Orchester. Wir proben jeden Dienstag und gestalten zum Beispiel unsere Gottesdienst im Luise Deutsch Haus mit. Das macht die Mitglieder sehr stolz. Vor kurzem hatte die Friseurin, die den Bewohner/-innen die Haare schneidet, Geburtstag. Ihr haben wir dann ein Ständchen gebracht.

Wenn Sie so erzählen, scheint es so, als hätten Sie Ihren Traumberuf gefunden. Aber Sie waren nicht in immer in der Altenpflege tätig?

Richtig, ursprünglich bin ich gelernter Maschinenbaumeister.

Na, das ist ja was ganz anderes. Wie kamen Sie zu Ihrem jetzigen Beruf?

Ich habe bei der Arbeiterwohlfahrt die Altenpflege kennen gelernt. Da ich schon immer gern mit Senior/-innen zu tun hatte und neben meiner Arbeit medizinische Fußpflege anbot, beschloss ich mit 39 noch mal eine Ausbildung zum Altenpfleger zu machen. Und das habe ich nicht bereut. Es war die richtige Entscheidung.

Was gibt Ihnen diese Arbeit?

Es ist einfach schön, wenn unsere Bewohner/-innen sich wohlfühlen und ich Ihnen ein Stückchen Lebensfreude bescheren kann. Das wurde zum Beispiel während der Fußball-Europameisterschaft der Frauen deutlich.

Haben alle da gemeinsam die Spiele im Fernsehen angeschaut?

Nein, viel besser. Wir waren selbst aktiv! Wir haben ein Zimmer in ein Stadion umgebaut und Figuren gebastelt. Dann haben die Frauen gegen die Männer gespielt und 5:0 gewonnen. Alle hatten großen Spaß

Gibt’s noch andere so tolle Ideen?

O ja, es gibt einiges, was ich noch verwirklichen möchte. Wir sind beispielsweise gerade dabei, Hochbeete anzulegen, um die sich unsere Bewohner/-innen dann kümmern sollen. Auch ein großes Krippenspiel zu Weihnachten wäre ein Wünsch von mir.

Und was gefällt Ihnen daran, in der Stiftung kreuznacher diakonie zu arbeiten?

Meine Vorgesetzten, also die Einrichtungs- und die Pflegedienstleitung, lassen mir sehr viel freie Hand in meiner Arbeit. Ich darf also selbst Verantwortung übernehmen. Gleichzeitig merke ich, dass meine Tätigkeit wertgeschätzt wird. Ganz wichtig ist auch, dass der Teamgeist hier stimmt. Sowohl mit Bewohner/-innen als auch mit Kollegen/-innen besteht ein tolles Verhältnis. Diese familiäre Atmosphäre schätze ich sehr.

Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin so viel Freude bei der Arbeit.






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