Tafel Idar-Oberstein unterstützt SchulkinderDie pauschalen Regelsätze im Rahmen von Hartz IV behindern die Schulchancen der betroffenen Kinder.Die Idar-Obersteiner Tafel der Wohnungslosenhilfe kreuznacher diakonie und der Lions Club Idar-Oberstein statteten in der vergangenen Woche 150 Kinder mit Schulmaterial aus. Darunter waren allein elf Erstklässler, die sich über einen neuen Ranzen zum Schulanfang freuen konnten. Initiiert und ermöglicht wurde diese Aktion vom Lions Club Idar-Oberstein, der dafür 1000 Euro zur Verfügung stellte. Dr. Saxler der Präsident des Lions Club Idar-Oberstein und Manfred Wild freuten sich sehr, einigen Erstklässlern die neuen Ranzen persönlich überreichen zu können. Esther Tomic-Brunk vom Leitungskreis der Idar-Obersteiner Tafel und Sina Rothfuchs, Wohnungslosenhilfe kreuznacher diakonie verteilten die Schulmaterialien. Der Lions-Club Idar-Oberstein kümmert sich bereits seit vielen Jahren durch das Projekt Klasse 2000 Schulkinder um die Förderung von Schulkindern. Weitere Spender, darunter auch der Globus Handelshof Idar-Oberstein, haben weitere 2000,- € für die Kinder, die zur Tafel kommen, aufgebracht. Kinder bei Hartz-IV-Reform vergessen Notwendig ist diese Aktion, weil Kinder bei der Hartz-IV-Reform im Jahr 2005 einfach vergessen wurden. Während zuvor Ausgaben für den Schulbesuch als einmalige Beihilfen zusätzlich gewährt wurden, müssen heute Familien, die von Hartz-IV leben müssen, diese zusätzlichen Ausgaben aus ihrem pauschalen Regelsatz bezahlen. Darin sind für Grundschüler etwa 1,60 € im Monat für Schreibwaren enthalten. Zudem sind die Regelsätze für Kinder gegenüber der Zeit vor 2005 gekürzt worden. Die Zahl der Kinder in Familien mit Einkommen in Höhe des Existenzminimums hat sich dagegen in den vergangenen vier Jahren seit Einführung von Hartz IV auf 2,2 Millionen verdoppelt. Gesellschaftliche Ausgrenzung und schlechte Chancen in der Schule Insgesamt leben drei Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren in Deutschland von insgesamt 14,5 Mio. in dieser Altersgruppe in Armut. Sie erfahren unmittelbar, dass Armut Ausgrenzung heißt: Sie können nicht mithalten – von der Schule über die Freizeitgestaltung bis zum Kindergeburtstag. „Das Existenzminimum beim Kinderregelsatz von Hartz IV muss neu definiert werden. Bis dahin sollte der Kinderregelsatz um mindestens 20 Prozent angehoben werden.“ fordert Pfarrer Dr. Wolfgang Gern, Sprecher der Nationalen Armutskonferenz und Vorstandsvorsitzender Diakonisches Werk in Hessen und Nassau. Armut ist nicht nur Einkommensarmut. Sie drückt sich aus in fehlender Beteiligung an den Möglichkeiten einer Gesellschaft und bei den betroffen Kinder in deutlich schlechteren Chancen in ihrer schulischen Entwicklung. „Auch wenn durch die Verteilung der Schulmaterialien die notwendigen politischen Korrekturen nicht auszugleichen sind, schafft sie den Familien der 150 Kinder in Idar-Oberstein doch eine erhebliche Entlastung“ hofft Dieter Groh-Woike, Leiter der Wohnungslosenhilfe kreuznacher diakonie in Idar-Oberstein.
|


