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Diakonie Werkstätten
kreuznacher diakonie

Passt nicht, gibt's nicht

Arbeit in der Werkstatt

Marcel Kolinsky und Thomas Oster sind zwei von 1.000 Beschäftigten in den Betrieben und Tagesförderstätten der kreuznacher diakonie. Die Arbeit in der Werkstatt motiviert sie zu weiteren Zielen.

Gekonnt schiebt Marcel Kolinsky die acht verschiedenen Holzplatten auf den Messingstab. Es folgen Unterlegscheibe und Schraube. „Die ziehe ich fest, und schon ist wieder eine fertig.“ Marcel Kolinsky fertigt Musterkarten für Terrassenbeläge für ein regionales Holz- und Baustoffzentrum. Jeder Handgriff ist ihm inzwischen in Fleisch und Blut übergegangen. Trotzdem arbeitet er sehr konzentriert. „Ich kann mir keinen Fehler erlauben. Ich bin Perfektionist“, sagt er. Wieder ist eine Kiste voll und kann ins Regal. Das ist einer der Momente, in denen er merkt, dass er manchmal auf fremde Hilfe angewiesen ist. „Dass ich im Rollstuhl sitze, vergesse ich während der Arbeit meistens völlig.“

Vorbereitung in zweijähriger "Beruflichen Bildung"
Seit drei Jahren ist der 19-Jährige bei den Diakonie Werkstätten der Stiftung kreuznacher diakonie beschäftigt. In der Holzwerkstatt des Betriebes in Bad Kreuznach übernimmt er die unterschiedlichsten Aufgaben - vom Schneiden der Bretter bis zum Versand der fertigen Ware. Die Diakonie Werkstätten bieten insgesamt 1000 Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen einen Arbeitsplatz. Sieben Betriebe und zwei Tagesförderstätten sind über fünf Standorte verteilt. „Es ist uns wichtig, Menschen mit Behinderungen die Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen“, betont Betriebsleiter Wolfgang Thon. „Wir schauen in einem Eingangsverfahren, wer wo am besten eingesetzt werden kann. Danach bereiten wir die Beschäftigten in der bis zu zweijährigen Beruflichen Bildung auf den Arbeitsalltag in der Werkstatt vor.“

Individuelle Gestaltung des Arbeitsplatzes
Auch Marcel Kolinsky hat diese Stufen durchlaufen. Er ist froh über dieses Angebot für Menschen mit Behinderungen. „Immer zu Hause sitzen, ist nichts für mich. Es macht Spaß, mit anderen in Kontakt zu kommen. Ich habe hier viele Freunde.“ Einer davon ist Thomas Oster. Er schmirgelt gerade einen Kartenhalter, den er in eine spezielle Vorrichtung gelegt hat. Thomas Oster kann nur eine Hand benutzen. Gleichzeitig das Holz festhalten und schleifen – für ihn unmöglich. Also musste eine Lösung gefunden werden, wie er am besten arbeiten kann: mit einer entsprechenden Hilfsvorrichtung. Solche Vorrichtungen gibt es viele in der Werkstatt. Der Arbeitsplatz wird individuell auf den jeweiligen Beschäftigten abgestimmt. „Unser Ziel ist es, dass immer mehr Arbeitsschritte von den Beschäftigten übernommen werden. Sie sollen möglichst selbständig arbeiten“, sagt Teamleiter Werner Landenberger. Die Herstellung eigener Produkte gehört genauso zu den Aufgaben der Diakonie Werkstätten wie die Industriemontage und der Dienstleistungssektor. So findet jeder je nach Eignung und Fähigkeit eine passende Aufgabe.

Neue Ziele: Hauptschulabschluss und kaufmännischer Beruf
Die Tätigkeit in den Werkstätten wird begleitet von persönlichkeitsfördernden und therapeutischen Maßnahmen. Marcel Kolinsky, der von Geburt an körperbehindert ist, geht zweimal pro Woche zur Krankengymnastik. Jeden Mittwoch paukt er mit einem Ergotherapeuten Deutsch, Mathe und Englisch. Er will bald seinen Hauptschulabschluss machen und einen kaufmännischen Beruf erlernen. „In der Werkstatt ist mein Selbstbewusstsein enorm gewachsen. Ich weiß, was ich kann und möchte in Zukunft gern noch mehr Verantwortung übernehmen. Und ich weiß auch: Ich werde es schaffen!“   

 

 






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