Kurs 0617-20

Basisseminar Autismus-Spektrum-Störungen – einführende Grundlagen und zwei Konzepte

Autismus ist eine komplexe und vielgestaltige neurologische Entwicklungsstörung. Häufig bezeichnet man Autismus bzw. Autismus-Spektrum-Störungen auch als Störungen der Informations- und Wahrnehmungsverarbeitung, die sich auf die Entwicklung der sozialen Interaktion, der Kommunikation und des Verhaltensrepertoires auswirken (Autismus Deutschland). Die Diagnose Autismus wird immer häufiger bei Menschen mit abweichenden und schwer verständlichen Verhaltensweisen gestellt. Sehr oft fehlt jedoch das Verständnis, was diese Diagnose bedeutet und was auf Grund dieser Diagnose getan werden soll. Der Umgang mit autistischen Menschen wirkt fremd und oft bedrohlich. Die bekannten Kanäle der Kontaktaufnahme und pädagogischen Einflussnahme führen meist nicht zum Ziel: Diese Menschen verschließen sich unserem Verständnis.

In dieser Fortbildung werden wir
- theoretisch und praktisch die Besonderheiten von Menschen mit Autismus erarbeiten
- mit dem Marte-Meo-Konzept einen Ansatz kennenlernen, der uns hilft, die besonderen Kontaktmomente zu erkennen und darauf einzugehen sowie die Botschaft hinter herausfordernden Verhaltensweisen zu erkennen.
- im TEACCH®-Ansatz ein handlungsorientiertes Konzept kennenlernen, welches es ermöglicht, unter Berücksichtigung der autistischen Besonderheiten, eine möglichst große Selbständigkeit in einer nicht autistischen Umwelt zu erreichen.

Nutzen:
Am ersten Tag der Fortbildung möchten wir über verschiedene Ebenen erfahrbar machen, was Autismus sein kann und in welch unterschiedlichen Formen (frühkindlicher Autismus, Aspergersyndrom, Highfunction-Autismus) wir ihn im Alltag vorfinden können. Über verschiedene Wahrnehmungsübungen werden wir uns den Besonderheiten und den Merkmalen von Autismus nähern. Es soll versucht werden, eine Sensibilität für dieses Anderssein zu entwickeln.
Am zweiten Tag möchten wir zwei Konzepte einführend vorstellen: Marte Meo ist lateinisch und bedeutet „aus eigener Kraft“. Es ist eine Entwicklungs- und Kommunikationsmethode, begründet von Maria Aarts, für den täglichen Umgang mit Menschen in den unterschiedlichsten sozialen Arbeitsfeldern. Das TEACCH®-Konzept wurde Ende der 1960er Jahre in den USA entwickelt und seitdem weltweit in der Arbeit mit Menschen aus dem Autismusspektrum angewendet. Wir werden eine Einführung in die Entstehung und Geschichte des TEACCH®-Konzeptes bekommen und uns schwerpunktmäßig in die Auseinandersetzung mit der TEACCH®-Philosophie und den ihr zugrundeliegenden Prinzipien und Ziele begeben.

Inhalte:
- Autismus als Diagnose – Autismusspektrum
- Basiselemente der Marte-Meo-Methode
- Erläuterung der Marte-Meo-Kommunikationsprinzipien – mit wenig viel bewirken und sehen, wie Marte Meo funktioniert
- Basiswissen im Arbeiten nach TEACCH®

Methode
- Vortrag, Selbsterfahrung
- Videos und Fotos, Material und Literatur

Seminarnummer:
0617-20
Ort:
Akademie, Bad Kreuznach
Teilnehmerzahl:
12 bis 16
Zielgruppe:
Mitarbeitende, die mit Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen arbeiten und Interessierte. Keine Vorerfahrung notwendig.
Leitung:
Thomas Rüsche-Lohr, Leiter Kompetenzzentrum Autismus, Bad Kreuznach Simone Baumann, Marte-Meo Fachberaterin, Kompetenzzentrum Ambulanz Autismus, Bad Kreuznach
Datum:
Mi, 17. Juni 2020
Folgedaten:
bis Do, 18.Juni 2020
Beginn / Ende:
9 Uhr - bis 16.30 Uhr Uhr
Teilnahmegebühr:
160,00 €  (für Mitarbeitende der Stiftung kreuznacher Diakonie)
200,00 €  (für Externe)