Kurs 0511-20

Delirprävention

Delirien treten bei Patientinnen und Patienten auf Intensivstationen mit Prävalenzraten von 16 % bis 86 % als sehr häufig vorkommende Komplikation auf. Leider bleiben diese auch nach Verlegung auf die Normalstation oft unentdeckt, wobei Patientinnen und Patienten auch ohne vorherige intensivmedizinische Behandlung ein Delir erleiden können. Besonders gefährdet sind hochaltrige Personen, die dann z. B. fälschlicherweise als demenziell erkrankt eingeordnet werden. Die Mortalität des postoperativen Delirs wird mit 10 % bis 65 % angegeben. Vor diesen Hintergründen ist für den Erfolg, d. h. die Vermeidung oder das frühe Erkennen deliranter Zustände, ein mit Fachwissen ausgestattetes und sensibilisiertes Personal besonders wichtig.
Delirante Patienten gut zu betreuen, bedeutet für Pflegende:
- großen Zeitaufwand
- hohe Verantwortung, da sich die Patientinnen und Patienten durch ihr Verhalten selbst gefährden
- Gefahr für das Personal, von aggressiven Patientinnen und Patienten verletzt zu werden
- hohe Stressbelastung für alle Beteiligten
- Vernachlässigung der restlichen Patientengruppe und von deren Angehörigen

Nutzen:
In dieser Veranstaltung bekommen die Teilnehmer/-innen theoretische Grundlagen aus der neuesten Delir-Forschung vermittelt und verbessern in praktischen Trainingseinheiten den Umgang mit diagnostischen Methoden. Die Fähigkeiten zur Diagnostik werden anhand von Filmmaterial und Beispielen aus dem Alltag gefördert und die Wachsamkeit wird erhöht.

Inhalte:
- Risikofaktoren, die die Entstehung eines Delirs begünstigen
- Folgen und Spätfolgen eines Delirs
- Möglichkeiten der Delirprävention
- kognitive Tests (CAM-ICU/RASS usw.)
- detaillierte, konkrete Anamnese zu den ABEDL u. v. m.

Methoden:
- kurze Vortragssequenzen
- Beispiele aus dem Alltag
- Filmmaterial
- Eigenerfahrung

Seminarnummer:
0511-20
Ort:
Akademie, Bad Kreuznach
Teilnehmerzahl:
12 bis 16
Zielgruppe:
Mitarbeitende der Allgemeinstationen, Intensiv- und Anästhesiepflege, Mitarbeiter der operativen Bereiche
Leitung:
Thomas Bollenbach, ex. Fachkrankenpfleger für Anästhesie- und Intensivmedizin, Detleff Eggers, Anästhesie- u. Intensivfachpfleger, B.A. Gesundheitsmanagement und Pädagogik
Datum:
Mo, 11. Mai 2020
Folgedaten:
Di, 12. Mai 2020
Beginn / Ende:
9 Uhr - bis 16.30 Uhr Uhr
Teilnahmegebühr:
290,00 €  (für Mitarbeitende der Stiftung kreuznacher Diakonie)
375,00 €  (für Externe)
Anmerkungen:
Registrierungspunkte für beruflich Pflegende werden beantragt.