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Wohnungslosenhilfe
kreuznacher diakonie

Kunst trotz(t) Armut:
"Jeder kann in diese Situation geraten"

Frieder Zimmermann
Frieder Zimmermann

Vom 9. Januar bis zum 12. Februar 2009 war die Ausstellung "Kunst trotz(t) Armut" in Bad Kreuznach an drei Ausstellungsorten zu sehen - begleitet von einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm. Frieder Zimmermann, Geschäftsführer der Wohnungslosenhilfe kreuznacher diakonie, war federführend beteiligt. In einem Interview zieht er Resümee.

Fünf Wochen „Kunst trotz(t) Armut“ in Bad Kreuznach an unterschiedlichen Ausstellungsplätzen. Wie war die Resonanz?

Frieder Zimmermann: Die Resonanz auf die Ausstellung und das Rahmenprogramm ist sehr gut. Ich höre überwiegend positive Rückmeldungen. Auch dass wir als Wohnungslosenhilfe das Projekt mit den beiden Mitveranstaltern gemacht haben – mit der Volksbank Nahetal  und mit der Stadt  – das ist einfach eine absolut gelungene Geschichte geworden.

Neben der Ausstellung fand auch ein umfangreiches Rahmenprogramm statt. Was hat Sie am meisten beeindruckt?

Frieder Zimmermann: Insgesamt war die Unterschiedlichkeit im Rahmenprogramm die absolute Stärke. Es fällt mir schwer, da gewisse Teile hervorzuheben. Was mich allerdings sehr beeindruckt hat, war der Jugendschreibwettbewerb. Wie sich die Jugendlichen und Kinder dabei ernsthaft mit dem Thema Armut beschäftigt haben, das war sehr bewegend. Sie haben versucht, sich in das Leben armer Menschen einzufühlen. Wenn man die Geschichten und Gedichte liest, merkt man auch, dass sie genau verstanden haben, dass eigentlich jeder in diese Situation geraten kann.

Außerordentlich eindringlich war auch das Theaterstück „Die da“. In diesem Stück war das, was wir in unserer Arbeit erleben, absolut komprimiert dargestellt - und das war sehr beeindruckend.

Warum hat es sich für die Wohnungslosenhilfe kreuznacher diakonie gelohnt, sich hier zu engagieren?

Frieder Zimmermann: Durch die Ausstellung ist es gelungen, sich diesem Thema aus einem ganz anderen Blickwinkel zu nähern. Wir haben damit sehr viele Menschen angesprochen: Wir haben Alte erreicht, wir haben Junge erreicht,  wir haben Arme erreicht, wir haben Reiche erreicht. Wir haben Leute erreicht, die eigentlich sonst eher einen Bogen um uns machen.  Die Darstellung in der Öffentlichkeit, in der Zeitung, im Internet – das hat uns sehr geholfen, uns zu zeigen und präsent zu sein. Das war einfach gut.

Dass sich die Volksbank Nahetal und die Stadt Bad Kreuznach bereit erklärt haben, mit der Wohnungslosenhilfe zusammen dieses Experiment einzugehen, darüber freue ich mich nach wie vor sehr.

Wo wandert die Ausstellung jetzt hin?

Frieder Zimmermann: Der nächste Ausstellungsort ist im Mai 2009 in Passau im Museum für moderne Kunst.

Herr Zimmermann, vielen Dank für das Gespräch.



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