Die Gelenkinfektionen und die periprothetische Infektionen sind die gefürchtetsten Komplikation in der Orthopädie. Dank des hohen Qualitätsstandards liegen die Infektionsraten in der Abteilung für Orthopädie des Diakonie Krankenhauses deutlich unter dem Bundesdurchschnitt:
- für Hüftprothesen bei 0,3 % (Bundesdurchschnitt 1-1,5%)
und
- für Kniegelenke bei 0,8% (Bundesdurchschnitt 1,5-2%).
Deutlich höher sind die Raten bei Patienten mit immunsuppressiven Therapien.(Basistherapien, Enbrel, Humira etc.)
Patienten mit einer chronischen Polyarthritis haben z.B.ein 1,5-2,5-fach erhöhtes Infektionsrisiko, wobei Männer viermal häufiger betroffen sind. Eine voroperative Wartezeit im Krankenhaus von über einer Woche verdoppelt das Infektionsrisko. Daher müssen Behandlungen dieser Krankheitsbilder schnell, kompetent und effektiv angegangen werden Unsere Abteilung auf der Station 8D ist für diese Erkrankungen räumlich, konzeptionell und fachlich eingerichtet. Es erfolgen überregionale Einweisungen und Übernahmen aus Krankenhäusern.
Das Behandlungskonzept der periprothetischen Infektion umfasst
1. systemische und intraartikuläre Antibiose
2. primär prothesenerhaltende Verfahren mit Synovektomie und Debridement
3. den einzeitigen Prothesenwechsel
4. den zweizeitigen Prothesenwechsel
Ein primär prothesenerhaltenden Verfahren ist nur unter folgenden Kriterien erfolgversprechend bei
1. Diagnosestellung einer Infektion innerhalb der ersten zwei Wochen
2. Niedrig virulenter Erreger
3. Sicher verankerte Prothese ohne knöcherne Erosionen
Chronische periprothetische Infektionen mit Erosion des Knochens und/oder beginnender Prothesenlockerung sind die Domäne des ein- oder zweizeitigen Prothesenwechsels.
Die Problematik einer zweizeitigen Wechselverfahren mit Immobilisierung der Gelenke liegen in der Entwicklung von Weichteilkontrakturen, Muskelatrophien und immobilisationsbedingter Knochenschwächung, die mittels Spacerimplantaten umgangen werden können.
Konservative Therapiekonzepte können im Rahmen einer multimodalen intensiven orthopädischen Behandlung als Ergänzung zur Belegung der Station stationär umgesetzt werden. Hier ergeben sich Synergien zur Schmerztherapie, Trainingstherapie, Funktionsanalysen, Ergotherapie, Physiotherapie (auch im Bewegungsbad) und den Elektrotherapien