Seniorenolympiade
Durch effektive Teamarbeit Stressfaktoren reduzieren
Feierlich entzünden zwanzig Schülerinnen der Altenpflegeklasse der Fachschule der Stiftung kreuznacher diakonie Wunderkerzen in der verdunkelten Theodor Fliedner Halle. Sie heißen ihre Kollegen und Kolleginnen aus dem ersten Ausbildungsjahr willkommen zur Seniorenolympiade. Die Teilnehmer/-innen erhalten blaue, rote, gelbe oder grüne Tücher und werden so in Teams eingeteilt. Die Moderatorinnen Rachida Metzger und Jennifer Bermann erläutern Spielidee und Regeln und eröffnen anschließend den seniorengerechten Wettkampf.
Fokus Teamarbeit
Die Schülerinnen des zweiten Ausbildungsjahres absolvieren mit der Seniorenolympiade einen Leistungsnachweis im Modul „Die eigene Gesundheit erhalten und fördern“. Gruppenarbeit und Kreativität sind in dem Projekt, mit dem sich die Schülerinnen rund acht Wochen beschäftigt haben, gefragt. Vier Wettkampfstationen haben die angehenden Altenpflegerinnen aufgebaut und altersgerechte Aufgaben und Herausforderungen zusammengestellt. Die „Anti-Demenzstation“ bietet Gedächtnistraining: Die Teilnehmer/-innen ertasten Alltagsgegenstände, die in einer „Black-Box“ verborgen sind, beantworten Rätsel und Scherzfragen und legen ein Foto-Puzzle zusammen. Welche Gruppe schafft in der vorgegebenen Zeit die meisten Aufgaben? Zeitgefühl ist an der „Reha-Station“ gefragt: Beim Schneckenrennen ist ein zehn Meter langer Slalom-Parcours im Rollstuhl und mit Krücken in möglichst genau einer Minute zu absolvieren. An der „Gerontostation“ kommt man mit Koordinationsvermögen und Zielgenauigkeit weiter. Hier sammeln die Teilnehmenden Punkte, indem sie Sandsäckchen treffsicher in Holzrahmen oder einen trichterförmigen Therapiekreisel werfen. Ein großes Trampolin simuliert die „Bettlägerigen Station“: Welche auf dem Sprunggerät sitzende Gruppe hält die Luftballons am längsten in der Luft?
„Teamarbeit und das praxisnahe Arbeiten haben Spaß gemacht und sind eine gute Ergänzung zum theoretischen Unterricht“, findet die Schülerin Simone Martin, die für die Öffentlichkeitsarbeit der Seniorenolympiade eingeteilt ist.
Am Ende steht die Gruppe „Blau“ als Sieger fest. Die Einzel-Goldmedaille geht an Ursula Mattes, was beweist: Erfahrung siegt! Sie verdrängte zwei junge Männer auf Platz zwei und drei.
Stressfaktoren durch effiziente Teamarbeit reduzieren
Die Seniorenolympiade wird in der Fachschule für Altenpflege der kreuznacher diakonie bereits zum vierten Mal durchgeführt. „Die Idee stammt aus einer Fachzeitschrift für Psychomotorik“, erläutert die verantwortliche Lehrerin der Fachschule, Diplom-Sportlehrerin Eva Bender. Neben der Vermittlung der psychomotorischen Inhalte und dem Schwerpunkt Teamarbeit möchte sie, dass die Schülerinnen und Schüler bei der Veranstaltung alles selber planen und durchführen. So waren Verantwortliche für die Raumdekoration festgelegt, für das Catering, die Moderation und die PR-Arbeit. Der Fokus lag auf der Qualität der Zusammenarbeit. So gehören Arbeitsteilung, Aufgaben- und Stellenbeschreibungen, Ergebnisprotokolle, Arbeitsvereinbarungen und viele Reflexionen zum Programm des Projekts. „Denn immer wieder sind Abspracheschwierigkeiten, Probleme bei der Arbeits- und Aufgabenzuteilung oder bei der Ergebnissicherung Faktoren, die den Arbeitsalltag einer Altenpflegerin enorm belasten. Stressfaktoren, die sich durch effiziente Teamarbeit vermeiden lassen“, meint Bender.
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